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Autoimmunkrankheit

Autoimmunkrankheit

Schätzungsweise 4 Millionen Deutsche leiden an einer Autoimmunerkrankung. Davon überdurchschnittlich viele junge Frauen im Alter zwischen zwanzig und vierzig Jahren. Das bedeutet, dass sich ihr Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet. Bisher ist nicht bis ins Detail bekannt, was bei dieser Erkrankung genau passiert. Dies macht die Suche nach den Ursachen so schwierig.

Die Symptome reichen von plötzlich auftretenden Sehstörungen über eine unerklärliche bleierne Müdigkeit, bis zu Kribbeln in den Fingern und anderen Gliedmaßen.

Einzeln für sich betrachtet, sind diese Symptome harmlos. Sie können aber auch Anzeichen für eine schwere Erkrankung sein. Der Autoimmunerkrankung. Dabei sind es nicht etwa von außen eindringende Krankheitserreger, die für die Symptome sorgen, sondern der Körper entwickelt Antikörper gegen sich selbst.

Im eigentlichen Sinne ist das Immunsystem dafür da, Krankheitserreger zu identifizieren und diese zu bekämpfen.

Bei einer Autoimmunerkrankung übertreibt das Immunsystem

Im Falle einer Autoimmunerkrankung übertreibt das Immunsystem seine eigentliche Funktion. Das Immunsystem kann nicht mehr zwischen körpereigenen und körperfremden Stoffen unterscheiden.

Das eigene Gewebe wird angegriffen.

Dies führt zu schweren Entzündungen, von denen jedes Organ oder Gewebe betroffen sein kann. Über Herz, Augen und Gehirn bis zu Gelenken und Muskeln.

Grundsätzlich haben die meisten Organe und Gewebe im Körper Mechanismen entwickelt, um sich vor den Angriffen des eigenen Immunsystems zu schützen, doch funktioniert dieser Mechanismus nicht in allen Regionen des Körpers gleich.
Dies erklärt wahrscheinlich das häufigere Auftreten bestimmter Autoimmunerkrankungen.

Zu den bekanntesten Autoimmunerkrankungen zählen Arthritis, Morbus Crohn und Multiple Sklerose. Aber auch Essstörungen, Schizophrenie und Autismus stehen im Verdacht, Autoimmunerkrankungen zu sein.

So unterschiedlich die einzelnen Symptome auch sein können, sie gehen immer mit entzündlichen Prozessen einher.

Der Körper wird vom eigenen Immunsystem angegriffen

Der Körper wird immer vom eigenen Immunsystem angegriffen und Gewebe wird auf unwiederbringliche Weise zerstört. Es gibt kein Organ oder Gewebe, das nicht betroffen sein kann.

Die Frage ist jetzt, wie es dazu kommen kann, dass der Körper vom eigenen Immunsystem angegriffen wird.
Im Grunde genommen sind Autoimmunerkrankungen eine Fehlfunktion des Immunsystems. Tatsächlich hat das Immunsystem zwei Aufgaben. Es soll zwischen körpereigenen und körperfremden Stoffen unterscheiden und dann gegen fremde Stoffe vorgehen. Sollte dieser erste Schritt schief gehen, gibt es zwei Möglichkeiten.

Das Immunsystem wird stark in seiner Funktion eingeschränkt und kann körperfremde Erreger nicht mehr erkennen. Das Immunsystem wird geschwächt. Ein gutes Beispiel dafür ist AIDS. Bei einer Autoimmunerkrankung ist aber die Abwehr nicht vermindert, sondern reagiert stark überzogen. Das Immunsystem erkennt etwas als fremd, das tatsächlich zum Körper gehört und das es eigentlich nicht als fremd erkennen sollte. Körpereigene Zellen werden durch das Immunsystem bekämpft.

Das Abwehrsystem funktioniert so, wie es eigentlich nicht funktionieren sollte. Ganz im Gegensatz zu einer Allergie, bei der das Immunsystem harmlose fremde Stoffe als gefährlich einstuft und diese bekämpft.

Wann bricht eine Autoimmunerkrankung aus?

Bis zum Ausbruch einer Autoimmunerkrankung müssen viele ungünstige Faktoren zusammen kommen. Neben Umweltfaktoren und Infektionen spielen auch genetische Veranlagungen eine Rolle.

Den Ursachen von Autoimmunerkrankungen auf die Spur zu kommen, ist der Wissenschaft bisher nicht bis in die letzte Konsequenz gelungen. Es gibt jedoch viele Spekulationen.

Innerhalb der einzelnen Erkrankungen gibt es ganz individuelle und unterschiedliche Mechanismen.
Die Erkrankung Multiple Sklerose kann, trotz sich ähnelnder Symptome, viele verschiedene Gesichter haben.
Man kann das Verhalten des Körpers am Besten an folgendem Beispiel erklären.

Für Schmerzen im Arm kann es verschiedene Ursachen geben. Es kann sich um einen Bruch handeln, eine Zerrung oder einen Muskelriss. Trotzdem das Immunsystem wesentlich komplexer aufgebaut ist, stehen Ärzte vor der Aufgabe Autoimmunerkrankungen kategorisieren und zusammenfassen zu müssen.

Dadurch erklärt sich auch, warum die Patienten ganz unterschiedlich reagieren und etwa 30% nicht oder nur ungenügend auf die Behandlung mit bestimmten Medikamenten reagieren. Das Immunsystem wird durch viele verschiedene Faktoren geprägt. Dazu zählen die verschiedenen Keime und auch Gene, mit denen jeder Mensch aufwächst. Aber auch andere Faktoren, wie Rauchen und Infektionen, haben es geprägt.

Sind Gene Schuld an der Autoimmunerkrankung?

Zweifellos gibt es genetische Faktoren, die den Ausbruch einer Autoimmunerkrankung begünstigen. So wurde in Zwillingsstudien ermittelt, dass wenn ein Zwilling an einer Autoimmunerkrankung leidet, auch der andere Zwilling ein Risiko von 30% bis 50% hat, zu erkranken. Aber nicht zu 100%.

Man kann also feststellen, dass nicht nur die Gene für den Ausbruch einer Autoimmunerkrankung verantwortlich sind. Genetische Defekte können also ausgeglichen werden und Betroffene können während ihres gesamten Lebens nichts von der Krankheit verspüren. Die Auslöser können also Zufälle sein oder Auslöser, von denen der Betroffene selbst nichts ahnt.

Auch Virusinfektionen können zu den Auslösern gehören. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass der Körper genetisch bedingt mit den entsprechenden Bakterien nicht fertig wird. Wenn sich zum Beispiel Oberflächenstrukturen von Peptiden und Viren sehr ähneln, kann es vorkommen, dass der Körper nicht nur gegen diese vorgeht, sondern auch gegen ähnliche Strukturen im Körpergewebe vorgeht. Ein so genannter Kollateralschaden ist entstanden.

Eine Autoimmunerkrankung kann man auch mit einer Überflutung an Reizen vergleichen, wie sie beispielsweise durch verschiedene Haushaltschemikalien oder dem Überangebot an Nahrung entstehen können. Anders als unsere Ahnen, haben wir eine signifikante Vielfalt an Nahrungsmitteln. Dies kann dazu führen, dass das Immunsystem überfordert ist, entsprechend reagiert und nicht mehr zwischen schädlich und harmlos unterscheidet.

Duch Verwechslungsreaktionen kommen viele Autoimmunerkrankungen zustande

Mit großer Wahrscheinlichkeit kommen durch solche Verwechslungsreaktionen viele Autoimmunerkrankungen zustande.

In Experimenten mit Tieren wurde ermittelt, dass an sich ganz harmlose Proteine in Nahrungsmitteln eine Autoimmunerkrankung auslösen können. Als Beispiel sind hier bestimmte Milchproteine zu nennen, die eine hohe Ähnlichkeit mit bestimmten Molekülen im Auge haben.

Verwechselt der Körper jetzt diese Stoffe, kann es zu einer Entzündung im Inneren des Auges kommen, die sehr schnell zu einer irreparablen Schädigung des Gewebes im Auge führt. Dies kann die Ursache dafür sein, dass sich die Sehfähigkeit im Laufe der Zeit immer mehr verschlechtert oder es sogar zu einer Erblindung kommen kann.

Trotzdem braucht man jetzt keine Angst vor Milch zu haben, da vermutlich noch Infektionen zu den Auslösern zählen, die Immunsystem im Darm aus dem Gleichgewicht bringen. Diese Reaktion des Immunsystems hat auf jeden Fall nichts mit einer Laktoseintoleranz zu tun.

Besonders in der Milch sind viele Stoffe enthalten, die Entzündungen vorbeugen. Die Gefahr von gefährlichen Verwechslungen durch das Immunsystem betrifft mit großer Wahrscheinlichkeit nur sehr wenige Patienten.

Über das eben beschriebene Beispiel hinaus, gibt es in unserer Umwelt eine Vielzahl von Antigenen, die ein sehr hohes Verwechslungspotential mit sich bringen. Dies alles sind jedoch nur Ansätze auf der Suche nach den Ursachen der Autoimmunerkrankungen. Man darf gespannt sein, wann die Wissenschaft allen Auslösern auf die Spur kommen wird.

Weiterführende Literatur zum Thema Autoimmunkrankheit

Bestseller Nr. 1
Autoimmunerkrankungen erfolgreich behandeln: Das 4-Schritte-Programm für ein gesundes Immunsystem
  • Susan Blum, Michele Bender
  • VAK
  • Auflage Nr. 5 (14.06.2016)
  • Taschenbuch: 432 Seiten
Bestseller Nr. 2
Bestseller Nr. 3
Autoimmunity: Experimental Aspects (Nato ASI Subseries H:)
  • Moncef Zouali
  • Springer Berlin Heidelberg
  • Auflage Nr. Softcover reprint of the original 1st ed. 1994 (01.01.1994)
  • Taschenbuch: 328 Seiten

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