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Nickelallergie

Eine Nickelallergie ist eine Allergie vom Typ IV (Spättyp). Die Nickelallergie gehört innerhalb der Gruppe der Allergien zu den am häufigsten auftretenden Erkrankungen.

Studien gehen davon aus, dass etwa 10% aller Frauen und ein Prozent aller Männer an einer durch Nickel verursachten Kontaktallergie leiden. Kinder sind gesehen auf die Gesamtbevölkerung mit etwa 10% vertreten. In anderen Zahlen ausgedrückt sind dies etwa 1,9 bis 4,5 Millionen Menschen.

Nickel findet sich in vielen Gegenständen, Stoffen und auch Lebensmitteln (zum Beispiel: Trinkwasser, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte) unseres täglichen Lebens. Aber auch in Zigaretten, Tee und Kaffee ist Nickel in größeren Mengen enthalten.

Wobei die Konzentration von Nickel in Lebensmitteln und in den eben genannten Stoffen so gering ist, dass praktisch nie allergische Reaktionen darauf erfolgen. Auch das Verwenden von Besteck oder Kochgeschirr, das Nickel enthält, ist unbedenklich, da die beim Benutzen dieser Gegenstände freigesetzten Nickelspuren einfach so niedrig dosiert sind, dass es nicht zum Ausbruch einer Allergie kommen kann.

Vielmehr wird das Spurenelement Nickel vom Körper sogar gebraucht, da es für viele enzymatische Prozesse wichtig ist. Kommt es durch Aufnahme von Nickel zu einem Überschuss im Organismus, wird dieses mit dem Urin einfach wieder ausgeschieden.

Eine Nickelallergie wird von Stoffen ausgelöst, die im direkten Kontakt mit der Haut stehen. Zu diesen Gegenständen zählen zum Beispiel: Modeschmuck, Jeansknöpfe, Gürtelschnallen, Piercings, Brillengestelle, Münzen, Zahnprothesen und vielen andere metallhaltige Objekte. Doch auch Gold- und Silberschmuck ist manchmal mit Spuren von Nickel kontaminiert.

Grundsätzlich ist eine Nickelallergie nicht heilbar, man kann jedoch die Symptome mildern oder das Ausbrechen der Erkrankung durch verschiedene Maßnahmen verhindern.

Ursachen einer Nickelallergie

Beim Tragen von Nickelschmuck kommt es zu einer Reaktion mit dem Körperschweiß. Der saure Schweiß löst winzige Nickelionen aus den jeweiligen Stoffen heraus. Diese durchdringen die natürliche Hautbarriere und gelangen so in den Körper.

Normaler Weise erkennt das Immunsystem Nickel nicht als gefährlichen Fremdkörper. Zum einen, weil Nickel tatsächlich unschädlich ist und zum anderen, weil die Nickelionen einfach zu klein sind, um als Fremdkörper eingestuft zu werden.

Aus verschiedenen Gründen kann dass Immunsystem sich aber gegen die eigentlich harmlosen Stoffe wenden. Dies bezeichnet man als immunologische Fehlfunktion.

Bei einem Erstkontakt mit Nickel erfolgt die so genannte Sensibilisierung. Das bedeutet, dass der Körper Abwehrstoffe gegen Nickel entwickelt. Diese Abwehrstoffe heißen T-Lymphozyten. Bei einem zweiten Kontakt mit dem Allergen erfolgt dann die allergische Reaktion.

Im Falle einer Nickelallergie hat diese sehr selten schwere Komplikationen, wie dies zum Beispiel bei anderen Allergietypen (beispielsweise bei der Erdnussallergie), möglich ist.

Was sind Symptome einer Nickelallergie

Eine Nickelallergie gehört zu den so genannten Kontaktallergien. Zu dieser Gruppe zählen zum Beispiel Allergien gegen Chromsalze (enthalten in Leder), Duftstoffe, Weichspüler und Hautpflegemittel.

All diese Allergien gehen mit bestimmten und sehr ähnlichen Symptombildern einher.
Zu den häufigsten Symptomen einer Nickelallergie zählen:

  • Juckreiz in verschiedenen Intensitäten
  • Rötungen auf der Haut
  • Bildung von Quaddeln
  • Bildung von kleinen Knötchen auf der Haut
  • Ekzeme (allergisches Kontaktekzem)
  • Ekzemverschlimmerung
  • nässende und offene Stellen – oft verursacht durch Kratzen
  • Infektionen – durch das Eindringen von Krankheitserregern in die offene Haut
  • Entzündungen

Die Beschwerden können sowohl einzeln als auch alle zusammen auftreten.
Diese Symptome treten fast immer an den Stellen auf, an denen sich ein direkter Kontakt mit dem Allergen ergeben hat. Sehr selten kommt es zu Effekten an anderen Körperstellen.

Diagnose einer Nickelallergie

Um eine Nickelallergie zu diagnostizieren, stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung.

Als erstes steht die so genannte Anamnese auf dem Plan. Dies ist nichts anderes als ein Gespräch mit dem behandelndem Arzt. Hierbei erkundigt sich dieser, nach eventuell bestehenden anderen Allergien, auf das Vorliegen von Allergien in der Familie und vielen anderen Faktoren, wie zum Beispiel den individuellen Ernährungsgewohnheiten.

Vielfach haben die Patienten schon einen konkreten Verdacht auf das Vorliegen einer Nickelallergie, da dieser durch einfache Beobachtung der Symptome im Alltag gewonnen werden kann. Diesen Verdacht sollte man bei der Anamnese unbedingt erwähnen.

Als nächstes wird der Arzt Hauttests anordnen. Das gebräuchlichste dieser Diagnoseverfahren ist der Epikutantest. Bei dieser Untersuchung werden dem Patienten Pflaster auf den Rücken geklebt. In diesen Pflastern sind verschiedene in Frage kommende Allergene enthalten.

Diese verbleiben für 48 Stunden an ihrer Stelle. Wichtig ist, dass man während dieser Zeit nicht duschen sollte und auch auf Parfüms und Körpersprays verzichten muss.
Nach Ablauf dieser Zeit werden die Pflaster entfernt und die betreffenden Hautstellen werden auf eventuelle Reaktionen hin untersucht.

Zeigen sich einige oder alle der oben beschrieben Reaktionen, ist der Allergieauslöser identifiziert. Eine abschließende Beobachtung der betreffenden Hautareale erfolgt nach Ablauf von 72 Stunden.

Eine weitere Möglichkeit sind Untersuchungen des Blutes. Hierbei wird die Konzentration von T-Lymphozyten im Serum festgestellt. Dieser Test wird jedoch von den meisten Ärzten nicht angewandt, da die Ergebnisse recht ungenau sind. Eine erhöhte Konzentration von T-Lymphozyten kann auch durch andere Auslöser verursacht worden sein.

Wie erfolgt die Behandlung einer Nickelallergie

Wie bei allen anderen Allergien auch, sollte man im Falle einer Nickelallergie den Kontakt mit dem auslösendem Allergen vermeiden (Allergenkarenz). Dazu kann es nötig sein, sich von allem zu trennen, was das Kontaktekzem ausgelöst hat.

Da wie oben bereits erwähnt, eine Nickelallergie nicht heilbar ist, beschränkt man sich bei der Therapie auf die Behandlung der Symptome.

Als Wichtigstes gilt es, bereits entstandene Hautschäden zu reparieren. Hierbei kommen verschiedene, entzündungshemmende Cremes, Salben und Lotionen zum Einsatz. Diese enthalten in der Regel Cortison als Wirkstoff. Bei schweren Fällen einer Nickelallergie, wird Cortison auch in Tablettenform verabreicht.

Sollte es bereits zu Entzündungen der Haut gekommen sein, werden in besonders schweren Fällen auch Antibiotika eingesetzt.

Wie kann man einer Nickelallergie vorbeugen

Die beste Vorbeugemaßnahme bei einer Nickelallergie ist die so genannte Expositionsprophylaxe. Dies besagt, dass man sich möglichst von allen Stoffen fernhalten sollte, die Nickel enthalten.

Sollte man auf der Arbeit mit nickelhaltigen Stoffen konfrontiert sein, so hilft oftmals das Tragen von Arbeitshandschuhen. Zeitgleich kann man auch Hautschutzmaßnahmen, wie regelmäßiges Eincremen anwenden.

Da Nickelionen es viel leichter haben, durch eine gestörte Hautbarriere zu dringen, ist es zu empfehlen, immer den natürlichen Säureschutzmantel der Haut in Ordnung zu halten.

Dies kann sowohl durch regelmäßige Pflegemaßnahmen erreicht werden, als auch durch die Verwendung von Seifen oder Duschbädern, die diese Hautbarriere nicht angreifen. Zu diesen Seifen zählen zum Beispiel die Kernseife oder die Marseillerseife.

Besonders bei Angestellten in Pflegeberufen, die sich deutlich öfter als normal die Hände desinfizieren müssen, sind diese Maßnahmen im Falle einer Nickelallergie unumgänglich.

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