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Kuhmilchallergie beim Baby
Kuhmilchallergie beim Baby: Leidet mein Kind tatsächlich an einer solchen Allergie?

Kuhmilchallergie beim Baby

Was bedeutet eine Kuhmilchallergie beim Baby? Ähnlich, wie die Allergie gegen Erdnüsse oder Hühnerei zählt auch die Kuhmilchallergie zu den Allergien, die im Kindesalter am häufigsten auftreten. Oftmals trifft es bereits Babys und in 80% der Fälle kann sich eine Kuhmilchallergie aber ebenso wieder mit dem Fortschreiten der Lebensjahre verlieren. Viele Eltern fragen sich allerdings, wie sie eine Kuhmilchallergie bei ihrem Kind erkennen können. Wie macht sich eine solche Allergie bemerkbar? Was gilt es im Anschluss zu beachten und unter welchen Umständen verliert sich eine Kuhmilchallergie wieder?

Wie erkennen Sie eine Kuhmilchallergie beim Baby?

Auch eine Kuhmilchallergie kann unterschiedliche Symptome zeigen. Von sehr milden bis hin zu starken Reaktionen ist hier alles möglich. Häufig kommt es bei dieser Allergie aber vor, dass es zu sichtbaren Hautreaktionen kommt. Hierbei handelt es sich dann um die sogenannte Nesselsucht, die sowohl im Gesicht, als auch an anderen Körperstellen auftreten kann. Unterschiedlich ausgeprägt, kann dieser Hautausschlag sich am gesamten Körper zeigen.

Demnach kann es zu Schwellungen im Gesicht kommen, die, zum Beispiel, Augen, wie Ohren betreffen. Mediziner sprechen in diesem Fall von einem QuinkeÖdem oder einem Angioödem. Außerdem kann eine Kuhmilchallergie aber ebenso Erbrechen hervorrufen. Dauert dieses längere Zeit an führt dies zu einem Gewichtsverlust. Durchfall es ebenso möglich.

Wie unterscheiden Sie kindliche Verdauungsstörungen von einer Kuhmilchallergie?

Zeigen sich die oben beschriebenen Symptome in starker Form kurz nach einer kuhmilchhaltigen Mahlzeit, liegt der Verdacht nahe, dass der Nachwuchs an einer Kuhmilchallergie leidet. Kommt es nach einem Milchbrei oder einer Milchflasche, die Kuhmilch enthält, zum Erbrechen oder zu Durchfall sollten bei den Eltern die Alarmglocken schrillen. Allerdings gilt es ebenfalls zu überprüfen, ob vielleicht ein Infekt für das Erbrechen oder für den Durchfall verantwortlich ist.

Kommt es nach einer Pause, in der keine Kuhmilch gegeben wurde, erneut zu ausgeprägten Symptomen der genannten Art gilt es einen Arzt aufzusuchen, um eine gründliche Diagnose zu erhalten. Treten außerdem Symptome in kombinierter Form auf, ist dies ebenfalls ein Hinweis auf eine Kuhmilchallergie beim Baby. In der Regel kommt es demnach, zum Beispiel, zu einem Hautausschlag und parallel zu einem Erbrechen. Es kann aber auch sein, dass nur ein Symptom auftritt.

Zeigt sich eine Kuhmilchallergie nur im Babyalter oder kann diese auch später auftreten?

Die Kuhmilchallergie tritt im Babyalter auf. Demnach ist es eher unwahrscheinlich, dass der Nachwuchs bis zum dritten Lebensjahr verträgt und anschließend eine Unverträglichkeit entwickelt. Aus diesem Grund erfolgt eine allergische Reaktion in diesem Fall nach der ersten oder zweiten kuhmilchhaltigen Mahlzeit.

Sorgt eine Kuhmilchallergie beim Baby auch gleichzeitig für eine Muttermilch-Unverträglichkeit?

Leidet das Baby an einer klassischen Kuhmilchallergie verträgt es die Muttermilch weiterhin. Lediglich bei einer seltenen Sonderform kann es hier ebenfalls zu einer Muttermilchunverträglichkeit kommen. Aus diesem Grund, bemerken Eltern auch meist erst eine Kuhmilchallergie, wenn sie auf Flaschennahrung umsteigen.

Leiden Babys außerdem an einer Kuhmilchallergie, ist auch die Milch von Schafen, Ziegen und Co keine Alternative. So handelt es sich bei dem Allergen in diesem Fall um ein Milcheiweiß, welches ebenfalls mit dem Milchprotein in Ziegen-, wie Schafsmilch zu 90% übereinstimmt. Demnach kann es auch bei dieser Milch zu allergischen Reaktionen kommen.

Welche Milch dürfen Babys bei einer Kuhmilchallergie zu sich nehmen?

Meist wird eine Kuhmilchallergie bei Babys in einem Alter von fünf bis sechs Monaten festgestellt. In der Regel füttern Eltern ihren Nachwuchs in diesem Alter mit der ersten Flasche oder mit Brei. Dennoch gelten diese genannten Drinks nicht als Ersatz, denn eine optimale Nährstoffversorgung stellen diese im Babyalter nicht sicher. Somit käme eher Spezialnahrung, wie extensiv hydrolysierte Nahrung in Frage.

Hierbei handelt es sich um Nahrung, wo vorab das Milcheiweiß in kleine Partikel gespalten wurde, so dass diese dann keine allergischen Reaktionen nach dem Verzehr mehr auslöst. So muss das Protein eine bestimmte Größe unterschreiten damit das Abwehrsystem dieses nicht mehr als Allergen erkennt. Mit Hilfe der sogenannten Hydrolyse ist dies machbar. Außerdem gibt es ebenso Babynahrung deren Proteinbestandteile nur noch aus Aminosäuren bestehen. Diese nennen sich entweder Aminosäurennahrungen oder auch Elementardiäten.

Bei diesen Babynahrungen werden demnach zwar die Proteine verändert, nicht aber der Fett-, Kohlenhydrate-, Vitamin-, wie Mineralstoffgehalt. Dieser Bestandteile decken sich weiterhin mit der klassischen Säuglingsnahrung. Aus diesem Grund, handelt es sich hier um eine vollwertige Ersatznahrung, die allerdings anders schmeckt. Auf Rezept sind sowohl die Aminosäurenahrungen, als auch die hydrolysierten Nahrungen in Apotheken zu haben. Allerdings gilt es diese Säuglingsnahrungen nicht mit hypoallergenen Nahrungen zu verwechseln.

Die genannten Spezialnahrungen sind leider nicht als kostengünstig anzusehen. Zwischen 35 und 40 Euro bezahlen Eltern hier für eine Dose spezielle Babynahrung. Aus diesem Grund, kommt diese Säuglingsnahrung meist auch nur im ersten Lebensjahr des Kindes zum Einsatz.

Hat das Kind dann seinen ersten Geburtstag gefeiert, verwenden viele Eltern alternativ Sojamilch. Die meisten Kinder vertragen diese Milch sehr gut. Da Soja unter Umständen eine hormonverändernde Wirkungsweise haben kann, wird diese Milch nicht an Babys unter einem Jahr verabreicht. Bislang ist aber noch nicht gänzlich geklärt, ob Soja tatsächlich in den Hormonhaushalt von Säuglingen eingreift. Hierbei handelt es sich um eine präventive Empfehlung, welches vom Bundesinstitut für Risikobewertung stammt.

Somit hat diese Empfehlung nichts mit der potentiellen allergenen Wirkungsweise von Soja zu tun. Je früher allerdings Soja in den Speiseplan eines Kindes eingebunden wird, desto eher höher steigt das Risiko, dass der Nachwuchs eine Sojaallergie entwickeln kann. Demnach ist das Risiko im fünften Lebensmonat weitaus höher, als im ersten Lebensjahr. So steht Soja auf der Hitliste der Allergien inzwischen auf Platz 7.

Fazit: Viele Eltern bemerken erst eine Kuhmilchallergie bei ihrem Baby, wenn dieses mit Milchbreien oder Flaschennahrung zusätzlich gefüttert wird. Häufig zeigen sich beim Kind kurz nach der Nahrungsaufnahme Erbrechen, sowie Nesselsucht. In einigen Fällen kommt es auch lediglich nur zu einem Symptom. Ein Arztbesuch ist jetzt empfehlenswert. Meist bleibt die Kuhmilchallergie auch nicht das ganze Leben bestehen, denn meist verliert sich diese Allergie mit dem Älterwerden wieder. Damit das Baby dennoch alle nötigen Nahrungsbestandteile erhält, gibt es in Apotheken spezielle Säuglingsnahrung, die aus Rezept erhältlich ist. Da diese Spezialkost nicht gerade preiswert ist, nutzen viele Eltern dann ab dem ersten Lebensjahr Sojamilch zum Zubereiten der Flaschennahrung, wie Milchbreie.
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Über Robert Milan

- Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.