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Das spezifische Immunsystem

Im Gegensatz zum angeborenen Immunsystem (unspezifisches Immunsystem), wird das spezifische Immunsystem erst im Laufe des Lebens erworben. Dies geschieht durch spezielle Abwehrmaßnahmen des Körpers, die im Folgenden beschrieben werden.

Durch einen Erstkontakt mit einem Erreger, wird der Körper praktisch sensibilisiert, um auf bestimmte, als Krankheitserreger eingestufte Stoffe, zu reagieren. Im Falle einer Allergie auch auf scheinbar harmlose Stoffe. Durch Adaption (Anpassung auf einen Erreger) wird vom spezifischen Immunsystem eine so genannte adaptive Immunantwort entwickelt.

Vom spezifischen Immunsystem wird eine so genannte adaptive Immunantwort entwickelt

Während der Immunantwort des Körpers werden T-Gedächtniszellen gebildet. Diese sorgen dafür, dass bei einem Eindringen eines Erregers in den menschlichen Organismus, dem erneuten Angriff des Erregers vorgebeugt werden kann.

Des weiteren ist das spezifische Immunsystem dafür verantwortlich, körpereigene Zellen, wie zum Beispiel Krebszellen, anzugreifen und diese ggf. zu vernichten.

Beim Aufbau des spezifischen Immunsystems spielen Immunzellen (die Lymphozyten) eine entscheidende Rolle.
Lymphozyten stellen die kleinsten weißen Blutkörperchen dar. Gesehen auf die Gesamtmenge der weißen Blutkörperchen, beträgt der Anteil der Lymphozyten etwa 25%.
Die meisten dieser Lymphozyten befinden sich jedoch nicht im menschlichen Blut, sondern im Knochenmark und den lymphatischen Organen (Lymphknoten, Milz und den Lymphbahnen). Von den genannten Systemen, gibt der Körper permanent kleinste Mengen der Zellen in das Blut ab.

Der Lebenszyklus der Lymphozyten kann zwischen 10 Tagen und mehreren Jahren liegen. Es gibt verschiedene Typen von Lymphozyten, die zum spezifischen Immunsystem gehören. Diese werden zunächst vom Thymus (den primären Organen des Immunsystems) und dem Rückenmark gebildet. Von dort aus werden die sekundären Immunorgane wie Milz und Lymphgewebe erreicht.

Die Lymphozyten Typen

– B-Lymphozyten

Dieser Immunzellen-Typ macht etwa 15% aller Lymphozyten im Blut aus und wird im Knochenmark gebildet.
Diese Lymphozyten gehören dem spezifischen, humoralen Immunsystem an.

Wenn B-Lymphozyten mit einem Fremdkörper in Berührung kommen, wandeln sie sich in so genannte Plasmazellen um. Diese haben die Aufgabe, Antikörper, so genannte Immunglobuline (Ig), zu bilden. Die Lebensdauer dieser gebildeten Plasmazellen beträgt nur wenige Tage.

Andere B-Lymphozyten bilden sich zu B-Gedächtniszellen um. Diese verbleiben über viele Jahre im Körper und haben die Aufgabe, auch nach Jahren Antikörper zu entwickeln, wenn es wieder zu einem Kontakt mit einem Erreger kommt.

– T-Lymphozyten

T-Lymphozyten haben die Aufgabe, zwischen körperfremden und körpereigenen Strukturen und Erregern zu unterscheiden.

Heran gebildet werden diese im Thymus. Dies ist ein zweilappiges Organ, welches hinter dem Brustbein liegt.
Der Anteil der T-Lymphozyten macht etwa einen Anteil von 70% bis 80% aller Lymphozyten im menschlichen Blut aus. Sie werden dem spezifischen, zellulären Immunsystem zugeordnet.

Gelangt ein Fremdkörper in den Körper, entwickeln sich die T-Lymphozyten zu T-Gedächtniszellen oder zu den etwas kurzlebigen T-Effektorzellen.

T-Gedächtniszellen können auch noch nach Jahren den gleichen Fremdkörper identifizieren und mit einer verstärkten Immunantwort reagieren.

T-Effektorzellen werden in zwei Gruppen eingeteilt:

In die T-Helferzellen, die dafür verantwortlich sind, die B-Zellen, Makrophagen und die T-Killerzellen zu aktivieren.
Letztere haben die Aufgabe, infizierte Zellen (z.B. Krebszellen) durch Auflösung aus dem menschlichen Organismus zu entfernen.

Daneben gibt es noch die T-Unterdrückerzellen (auch regulatorische T-Zellen genannt). Diese sind dafür verantwortlich, eine Aktivierung des Immunsystems zu unterdrücken und keine Immunantwort gegen körpereigene Stoffe zuzulassen. In einem gesunden Organismus tragen sie dafür Sorge, dass das Immunsystem keine Intoleranz gegen den eigenen Körper bildet. Dieser Mechanismus verhindert Autoimmunkrankheiten.

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