Startseite / Allergiearten / Arzneimittelallergie
Arzneimittelallergie
Arzneimittelallergie

Arzneimittelallergie

Woran erkennt man eine Arzneimittelallergie? Im Gegensatz zu vielen anderen Allergie-Formen treten Arzneimittel-Allergien nicht so häufig auf. Nur etwa 3 bis 5% aller Menschen reagiert auf Arzneimittel bzw. deren Inhaltsstoffe allergisch. Als Auslöser kommt praktisch jedes Medikament, welches sich auf dem Markt befindet, in Betracht. Es gibt jedoch einige Medikamentengruppen, die ein höheres Allergie-Potential in sich bergen. Zu diesen zählen zum Beispiel Penicillin oder äußerlich angewandte Medikamente, wie Salben oder Cremes.

Zu den am häufigsten vorkommenden Symptomen zählen das Arzneimittel-Exanthem (Exanthem = akut auftretender Hautausschlag). Da es in der Regel als erstes und sichtbarstes Symptom auftritt, dient es gleichzeitig als Indikator bzw. Frühwarnsystem für das Vorliegen einer Arzneimittel-Allergie, von der auch Organe betroffen sein können.

Beim Auftreten von Symptomen einer Arzneimittelallergie, ist die erste und wichtigste Maßnahme das Absetzen des Medikamentes. Da aber allergische Reaktion in manchen Fällen mit einer erheblichen Zeitverzögerung auftreten können, ist die Diagnose oftmals nicht gerade einfach.

Äußerlich auftretende Symptome verschwinden in den meisten Fällen innerhalb von wenigen Tagen. In wenigen Ausnahmefällen, kann die Heilung auch mehrere Wochen dauern.

Bei einer nachgewiesenen Medikamentenallergie ist es ratsam, immer einen Allergiepass bei sich zu tragen, wenn man einen Arzt oder Apotheker aufsucht. Außerdem ist es zwingend erforderlich, Medikamente oder deren Zusatzstoffen zu meiden, von denen man weiß, dass man darauf allergisch reagiert.

Ursachen für eine Arzneimittelallergie?

Eine Arzneimittelallergie kann viele unterschiedliche Ursachen haben. Weil praktisch jedes Medikament die Symptome auslösen kann, ist es schwer, eine genaue Liste mit den Auslösern zu erstellen. Deshalb sind hier im Folgenden nur die häufigsten Auslöser für eine Arzneimittelallergie aufgelistet.

Zu den Auslösern zählen:

  • bestimmte Psychopharmaka (sehr oft bestimmte Antidepressiva)
  • Schmerzmittel
  • Schlafmittel
  • Antibiotika
  • Antifungizide (Antipilzmittel)
  • Antiepileptika
  • Tuberkulose-Medikamente
  • bestimmte Hormone (zum Beispiel Insulin)
  • Medikamente für die Schilddrüse (unter anderem Jodpräparate)
  • Herz- und Kreislauf-Medikamente

Diese Liste dient nur der allgemeinen Anschaulichkeit und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Zusätzlich zu den eben aufgezählten Medikamenten kommen auch noch verschiedene Arznei-Zusatzmittel (wie Konservierungs-, Geschmacks- und Farbstoffe) als Auslöser für eine Arzneimittelallergie in Betracht.

Symptome einer Arzneimittelallergie

Die Symptome, die bei einer Medikamentenallergie auftreten können, sind äußerst vielfältig. Deshalb werden wir uns an dieser Stelle nur auf die am häufigsten auftretenden beschränken. Das am weitesten häufigste auftretende Symptom sind verschiedene Formen von Hautausschlägen, die bis zur Ablösung von großflächigen Arealen der Haut führen können. Aber auch so genannte Kontaktekzeme, wie sie zum Beispiel bei einer Nickelallergie auftreten können, kommen vor.

Die Ausschläge können sowohl an der Haut, an den Schleimhäuten, den Nägeln oder an den Talg- und Schweißdrüsen auftreten. Begleitet werden diese Ausschläge von einem mehr oder minder stark ausgeprägtem Juckreiz. Aber auch Fieber und allgemein schlechtes Befinden sind besonders zu Beginn einer Medikamentenallergie möglich.

Weitere Symptome können Übelkeit, Benommenheit, Schwindel oder Schweißausbrüche sein. Es kann sogar zum Zusammenbruch des Kreislaufs oder zu einem anaphylaktischen Schock kommen. Zu Beginn der Erkrankung können die Symptome einen eher milden Verlauf nehmen. Diese steigen aber in der Regel mit der wiederholten Einnahme des in Frage kommenden Medikaments stetig an. Doch spielt nicht nur die Dosis eine entscheidende Rolle. Auch niedrig dosierte Medikamente können eine Arzneimittelallergie auslösen.

Diagnose einer Medikamentenallergie

Eine Arzneimittelallergie zu diagnostizieren, ist außerordentlich schwierig. Zu den ersten und wichtigsten Schritten, zählt das Absetzen des fraglichen Medikamentes, so weit dieses bekannt ist. Verschwinden dann die Symptome, so ist dies ein deutliches Anzeichen für das Vorliegen einer Arzneimittelallergie.

Zu den größten Schwierigkeiten bei der Diagnose zählen:

  • Das Feststellen des bzw. der allergieauslösenden Stoffe. Besonders dann, wenn mehrere Medikamente eingesetzt werden. Die üblichen Verfahren, wie zum Beispiel der Prick-Test sind hier nur sehr bedingt einsetzbar. Da es aufgrund der meist vorliegenden Symptome (zum Beispiel verschiedene Hautausschläge) nicht möglich ist, sofort auf eine Arzneimittel-Allergie zu schließen. Die Symptome könnten beispielsweise auch von anderen Krankheiten herrühren.
  • Des Weiteren kann es vorkommen, dass das Auftreten der Symptome zeitlich nicht, oder nur mit großer Verzögerung, mit der Einnahme der fraglichen Medikamente in Einklang zu bringen ist. Zusätzlich kann es passieren, dass auch nach dem Absetzen der Medikamente die Symptome einer Arzneimittelallergie fortbestehen und erst nach Ablauf von unter Umständen mehreren Wochen abklingen.
  • Die Symptome einer Arzneimittelallergie können auch den Symptomen anderer Krankheiten (zum Beispiel Schuppenflechte) stark ähneln. Auch aus diesem Grund kann es zu Problemen mit der richtigen Diagnose kommen. Die Allergie kann als tatsächlicher Auslöser unerkannt bleiben.
  • Sollten sich im Zusammenhang mit einer medikamentösen Behandlung Symptome einer Arzneimittelallergie (zum Beispiel das Arzneimittelexanthem = allergischer Hautausschlag) zeigen, so sollte man umgehend einen Facharzt (Allergologen) aufsuchen. Hausärzte sind mit den speziellen Symptomatiken oft überfordert und behandeln vielfach nur die Symptome, als dem Problem grundlegend zu begegnen.

Bleibt die Arzneimittelallergie unerkannt und damit unbehandelt, können sich mittel- bis langfristig schwerwiegende gesundheitliche Probleme ergeben.

Therapie einer Medikamentenallergie (Arzneimittelallergie)

Als erster und wichtigster Schritt bei einer Arzneimittelallergie sollte sofort das in Frage kommende Medikament abgesetzt werden. Da es aber oft nicht so leicht festzustellen ist, was der genaue Auslöser ist, sollte umgehend ein Allergologe aufgesucht werden. Dies trifft besonders dann zu, wenn man mehrere Medikamente einsetzt. Bei äußerlich angewandten Medikamenten, wie Salben oder Cremes, ist die Diagnose jedoch in der Regel recht einfach.

Zusätzlich können noch verschiedene Mittel verabreicht werden, die die Symptome einer Arzneimittelallergie lindern helfen. Zu diesen Medikamenten zählen solche, die den Juckreiz hemmen und eventuell betroffene Hautareale zum abheilen animieren können. Hierzu werden meistens Antihistaminika und Glukokortikoide ( zum Beispiel Cortison bzw. Hydrocortison) verwendet.

Sollten von der Arzneimittelallergie auch innere Organe betroffen sein, so ist eine Einlieferung in ein Krankenhaus und ggf. intensiv medizinische Betreuung nicht zu umgehen.

Vorbeugen bei einer Arzneimittelallergie

Grundsätzlich kann man sagen, dass es keine Möglichkeit gibt, einer Medikamentenallergie vorzubeugen. Die Ursache dafür ist, dass man auf praktisch jedes Medikament, bzw. dessen Inhaltsstoffe, allergisch reagieren kann.Sollte bereits eine Arzneimittel-Allergie vorliegen, ist es ratsam, dies immer anzusprechen, wenn ein Arzt Ihnen ein neues Medikament verschreiben möchte.

Ebenso sollten Sie bei frei verkäuflichen Medikamenten den Apotheker immer darauf hinweisen, dass eine Medikamenten-Allergie vorliegt und ggf. den Allergie-Pass vorzeigen. Letzteren sollte man grundsätzlich bei sich tragen. Dies kann zum Beispiel wichtig werden, wenn Sie zum Beispiel nach einem Verkehrsunfall nicht mehr ansprechbar sind und der Arzt Ihnen Medikamente verabreichen muss.

Arzneimittelallergie
5 (100%) 12 votes

Über Robert Milan

- Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.