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Allergie gegen Zahnspange
Allergie gegen Zahnspange möglich?

Allergie gegen Zahnspange

Risiko einer Allergie für schöne, gerader Zähne eingehen?

Wie hoch ist das Risiko einer Allergie gegen Zahnspange und co.?Sie gehört zum Erwachsenwerden vieler Teenager dazu. Aber nicht nur! Auch viele Erwachsene entscheiden sich zu einer Zahnspange, um sich den Traum von schönen und geraden Zähnen zu verwirklichen. Neben medizinischen sind auch ästhetische Gründe oft ausschlaggebend sich für eine Zahnspange zu entscheiden.

Jedoch kann eine Zahnspange in seltenen Fällen auch gesundheitliche Probleme mit sich bringen, die sich in Form von Allergien bemerkbar machen. Dafür sind Bestandteile der Zahnspange verantwortlich. Welche genau und welche Symptome eine Zahnspangen Allergie verursachen kann, was man bei der Wahl der Zahnspange beachten sollte und wie eine mögliche Allergie behandelt werden kann erläutert dieser Ratgeber. 

Zahnspangen Allergie – wie geht das denn?

Um zu verstehen, wie eine Zahnspange eine Allergie auslösen kann, muss erst verstanden werden aus was eine Zahnspange besteht. Ausschlaggebend für eine Zahnspangen Allergie sind nämliche einzelne Bestandteile dieser.

Eine Allergie durch eine Zahnspange kann dann hervorgerufen werden, wenn der Körper gegen ein bestimmtes Metall, aus dem die Zahnspange unter anderem besteht allergisch reagiert. Zunächst sollte erklärt werden, dass Zahnspangen Allergien eigentlich Allergien gegen metallische Stoffe sind. Diese Allergien können hauptsächlich bei festen Zahnspangen auftreten, da lockere, herausnehmbare Zahnspangen in der Regel aus Kunststoffen bestehen und enthalten nur sehr wenige Metallelemente.

Feste Zahnspangen bestehen hingegen in der Regel zu 100% aus Metall-Legierungen. Die Metall-Legierungen bestehen normalerweise nur aus hochwertigen Metallen, die gesundheitlich unbedenklich sind, dennoch kann eine Unverträglichkeit gegen diese Metalle, wie zum Beispiel gegen Nickel vorliegen.

Tatsächlich ist in den sehr seltenen Fällen einer Zahnspangen Allergie eine Nickel-Unverträglichkeit oder eine Unverträglichkeit gegen anderer kieferorthopädischer Materialien ausschlaggebend für die gesundheitlichen Schäden. Auch eine Unverträglichkeit gegen Latex kann bei der kieferorthopädischen Behandlung zu Symptomen führen, für die die Zahnspange verantwortlich gemacht wird. 

Welche Symptome bringt eine Zahnspangen Allergie mit sich?

Allergie gegen Zahnspange
Allergie gegen Zahnspange Ratgeber

Eine Nickel Allergie ist die häufigste Ursache einer Kontaktallergie. Kommen Allergiker mit dem Metall in Kontakt, so löst es in der Regel eine sofortige allergische Reaktion aus. Eine Kontaktallergie gegen Nickel bedeutet jedoch nicht gleichzeitig eine Zahnspangen Allergie.

Grund dafür ist die tolerante Schleimhaut im Mund- und Rachenraum und die geringe Menge Nickelionen, die durch die Zahnspange im Mundraum abgegeben werden. Dennoch reagieren einige wenige Zahnspangenträger allergisch auf das Nickel in der festen Zahnspange. Die Symptome die die Zahnspangen Allergie verursacht betreffen jedoch leider nicht nur die Mundhöhle sondern können auch außerhalb auftreten. Mögliche Symptome einer Zahnspangen Allergie sind:

  • Zahnfleischentzündungen
  • Schleimhautentzündungen
  • Zahnfleischbluten
  • Brennen oder Kribbeln im Mund
  • Mundtrockenheit
  • Taubheit in der Mundhöhle
  • ein schlechter und unangenehmer Geschmack im Mund
  • erhöhte oder verminderte Speichelproduktion
  • Zungenbelag
  • häufige Halsentzündungen
  • Juckreiz um den Mund herum
  • schmerzhafte und juckende Pusteln oder Ausschlag im Gesicht
  • Entzündungen und Hautveränderung rund um die Lippen
  • Kopfschmerzen
  • Darmprobleme
  • Müdigkeit und Konzentrationsstörungen

Wie wird die Allergie festgestellt?

Die Diagnostik einer Zahnspangen Allergie ist nicht gerade leicht. Da die Symptome unter anderem auch von Viruserkrankungen oder ähnlichem ausgelöst werden können, müssen sie nicht unbedingt von einer Allergie gegen die getragene Zahnspange ausgelöst werden. Da die Zahnspangen Allergie sehr selten ist wird sie auch selten gründlich untersucht.

Eine Möglichkeit die Zahnspangen Allergie festzustellen ist ein sogenannter Epikutantest, der vom Hautarzt durchgeführt wird. Dieser Prick-Test oder Patch-Test kann in bestimmten Fällen aufschlussreich sein. Jedoch muss man sich bewusst sein, dass wenn der Test positiv auf eine Allergie reagiert und eine Kontaktallergie feststellt, diese Allergie nicht unbedingt ausschlaggebend für die Symptome in der Mundhöhle sind.

Aufschlussreicher kann ein GenoLine-Speicheltest sein, bei dem anhand einer Speichelprobe eine Unverträglichkeit gegen Nickel oder anderer kieferorthopädischer Materialien festgestellt werden kann. 

Wer ist besonders betroffen?

Von einer allgemeinen Nickel Allergie sind etwa 10-15% der Frauen betroffen und etwa 5% der Männer. Ausschlaggebend für die unterschiedliche Betroffenheit ist der höhere Gebrauch von nickelhaltigem Schmuck von Frauen im Vergleich zu Männern.

Die Betroffenen einer Zahnspangen Allergie sind jedoch viel geringer. Betroffen sind jedoch hauptsächlich Jugendliche, da Zahnspangen eher von Jugendlichen benutzt werden.

Das tragen einer festen Zahnspange kann, laut Studien der Universität Bonn auch eine Verträglichkeit gegenüber Nickel hervorrufen und somit eine Nickel Allergie unterbinden. 

So wird eine Zahnspangen Allergie behandelt

Allergie gegen Zahnspange
Allergie gegen Zahnspange Ratgeber

Um eine Zahnspangen Allergie von vornherein aus dem Weg zu gehen, gibt es Zahnspangen aus alternativen Materialien, die noch verträglicher sind. Sollten bereits Unverträglichkeiten gegenüber bestimmter kieferorthopädischer Materialien oder Metallen bekannt sein, so hilft der Kieferorthopäde bei der Wahl der richtigen Zahnspange.

Sollten allergische Reaktionen erst nach dem Einsetzen der Zahnspange festgestellt werden, sollte schleunigst der Kieferorthopäde aufgesucht werden und eine neue Zahnspange aus Keramik oder anderen Materialien eingesetzt werden.

Zur akuten Behandlung der Syndrom können kortisonhaltige Salben, zur Behandlung von Juckreizen oder Entzündungen außerhalb der Mundhöhle oder Antiallergika in Form von Tabletten verwendet werden. Sollte das Schlucken der Tabletten in äußerst seltenen Fällen nicht mehr möglich sein, so kann das Antiallergikum auch als Infusion verabreicht werden. 

Macht eine Desensibilisierung Sinn?

Da eine Zahnspangen Allergie häufig von einem Bestandteil der Zahnspange ausgelöst wird ist es zunächst wichtig zu erkennen, welches Material genau für die Allergie verantwortlich ist. Eine Hyposensibilisierung macht jedoch nur wenig Sinn, da sie nicht immer von Erfolg gekrönt ist. Außerdem wird bei einer Desensibilisierung das Immunsystem langsam und schleichend an die allergenen Stoffe gewöhnt.

Dieser Prozess ist langjährig und ehe ein erster Erfolg festgestellt werden kann können gut und gerne drei bis fünf Jahre vergehen. Der Träger der Zahnspange könnte da bereits die kieferorthopädische Behandlung abgeschlossen haben, die in der Regel zwei bis drei Jahre dauert, sieht sich jedoch immer noch einer Desensibilisierung gegenüber gestellt gegen ein Material, mit dem er nur noch selten in Kontakt kommt.

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten für eine Desensibilisierung in den meisten Fällen nicht, was auch einer der Gründe ist, warum von einer Desensibilisierung abzuraten ist. Viel sinnvoller ist es eine alternative Zahnspange aus besser verträglichem Materialien einzusetzen.

Was sind Kreuzallergien

Allergie gegen Zahnspange
Kreuzallergie: typische Symptome und Behandlung

Wer an einer Allergie leidet, hat meist schon genug Beschwerden damit. Doch damit nicht genug. Mehr als 50% aller Allergiker leidet obendrein noch an der so genannten Kreuzallergie. Das bedeutet, dass der Patient zusätzlich zum eigentlichen Allergen, noch auf weitere Substanzen allergisch reagiert. Jugendliche und Erwachsene sind gleichfalls betroffen.

Im Grunde kann man keine Allergene ausnehmen. Alle publizierten Allergie-Auslöser könnten dazu führen, daß eine Kreuzallergie entsteht. -> Mehr zum Thema Kreuzallergien

Was ist eine Hyposensibilisierung

Zur Therapie einer Allergie hat sich die Hyposensibilisierung als eine der effektivsten Behandlungsmöglichkeiten herausgestellt. Andere Benennungen für diese Behandlung sind „Allergieimpfung“ bzw. Desensibilisierung. Wobei die letzte Benennung nicht zutreffend ist, da der Allergiker bei dieser Behandlung in der Tat seine Allergie behält.

Mit einer Hyposensibilisierung werden ausschließlich die Krankheitszeichen der Allergie verdrängt, also das Ausbrechen der Allergie verhindert. Nur bei wirklich hohen Belastungen durch die potentiellen Allergene könnte es zu Beschwerden kommen. -> Mehr zum Thema Hyposensibilisierung

Was ist ein Pricktest

Allergie gegen Zahnspange
Prick Test Ratgeber

Ein Pricktest wird von Allergologen angewandt, um eine Sensibilisierung auf charakteristische Allergene auszuschließen bzw. zu authentifizieren. In der Realität geht ein Pricktest so vonstatten: Zu Anfang markiert der Mediziner mit einem Schreiber verschiedene Areale auf der Innenseite des Unterarms. In diese Markierungen werden nun normierte Testlösungen gebracht.

In diesen Testlösungen sind auch eine sogenannte Positiv- sowie Negativprobe inbegriffen. Diese haben die Funktion zu zeigen, ob eine Wirkung stattfindet. Das macht man, indem man als Positivprobe Histamin verwendet. -> Mehr erfahren zum Thema Pricktest

Was ist ein Provokationstest

Ein Provokationstest ist eine Diagnosemethode, bei welcher der Patient mit einem potentiellem Allergieauslöser konfrontiert wird und anschließend die Auswirkungen gemessen werden.

Man kennt einige verschiedenartige Formen des Provokationstests. Die wichtigsten wollen wir nachfolgend präsentieren. -> Mehr zum Thema Provokationstest

Über Robert Milan

Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.