Atopie

Atopie

Eine Atopie beschreibt eine allergische Überempfindlichkeitsreaktion gegenüber bestimmten Umwelteinflüssen. Die Krankheit ist in vielen Fällen erblich. Das bedeutet, dass wenn ein Elternteil an einer Atopie erkrankt ist, für das Kind eine Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent besteht, ebenfalls Atopiker zu werden.

Sind beide Elternteile Allergiker bzw. Atopiker, liegt diese Wahrscheinlichkeit bereits bei 50 bis 60 Prozent. Diese Wahrscheinlichkeit ist signifikant höher, wenn die Mutter Atopikerin ist.

Es besteht die Möglichkeit, dies bereits bei der Geburt eines Kindes zu prüfen, indem man das Blut der Nabelschnur untersucht. Das Blut atopischer Kinder hat in der Regel einen höheren Anteil von bestimmten Antikörpern (Immunglobulin E [IgE]). Erhöhte IgE-Werte sind jedoch kein sicheres Diagnosemittel bei einer Atopie, sondern mehr als Indiz zu werten. Sie besagen lediglich, dass das Immunsystem im Körper auf irgendetwas reagiert.

Aber auch Faktoren, wie Stress oder Allergien, können eine Atopie auslösen. Insgesamt leiden in Deutschland etwa 15 Prozent der Gesamtbevölkerung an einer Form der Atopie.

Die Symptome einer Atopie

Die Symptome einer Atopie sind allergische Rhinokonjunktivitis (Heuschnupfen), allergisches Asthma (Asthma bronchiale) und atopische Dermatitis (nicht lokalisierte Ekzeme – nicht zu verwechseln mit dem Kontaktekzem zum Beispiel bei einer Nickelallergie).

Für die Diagnose einer Atopie gibt es kein festes klinisches Verfahren. Vielmehr kommt eine Kombination aus verschiedenen diagnostischen Verfahren zur Anwendung. Zu diesen zählen die Anamnese (Patientengespräch) und eine Untersuchung der Symptome, bei der folgende Faktoren abgeklärt werden:

  • erbliche Vorbelastungen in der Familie (insbesondere das Vorhandensein von Ekzemen, Heuschnupfen, Asthma bronchiale und Allergien im Allgemeinen)
  • Befragung des Patienten hinsichtlich des Vorhandenseins von Milchschorf in der frühen Kindheit, Unverträglichkeiten oder Allergien gegen Metalle, durch Schwitzen verstärkter Juckreiz und eine Überempfindlichkeit gegenüber Sonneneinwirkung.
  • Merkmale wie trockene Haut und Neigung zu Ekzemen sowie Ekzeme im Bereich der Brustwarzen
  • Verdünnung der Augenbrauen, bräunliche Verfärbungen im Bereich des Nackens nach Hautentzündungen, Verstärkung der Nackenfalten
  • Blutuntersuchungen zum Beispiel die Messung des Immunglobulins E (IgE)

Neben der erblichen Veranlagung, kommt auch die so genannte Hygienehypothese als Auslöser für eine Atopie in Betracht. Diese besagt, dass Kinder in den westlichen Industrienationen vielfach in zu sauberen Umfeldern aufwachsen. Dadurch kommt es zu einem verminderten Kontakt mit Krankheitserregern. Bedingt durch diesen Umstand, ist die körpereigene Immunabwehr unterfordert und richtet sich nun gegen harmlose Stoffe. Die Folge sind allergische Reaktionen, zum Beispiel auf Pollen, welche sich unter anderem in Ekzemen äußern können.

Was sind weitere Atopie Auslöser?

Neben den eben genannten Faktoren gibt es noch eine Reihe von weiteren Auslösern, welche die Entstehung einer Atopie begünstigen können. Zu diesen zählen:

  • Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Allergene in der Luft. Dazu zählen zum Beispiel Pollen, Tierhaare oder Hausstaub.
  • Allergien gegen Nahrungsmittel. Die häufigsten Auslöser in dieser Gruppe sind verschiedene Eiweiße wie sie zum Beispiel in Milch, Eiern, Soja oder Fisch enthalten sind. Weitere Auslöser können Erdnüsse sein.
  • Trockene Haut, wie sie zum Beispiel durch übertriebene Körperpflege, unterlassenes Eincremen der Haut, durch kaltes Klima oder durch trockene Heizungsluft ausgelöst wird.
  • Stress in jeder Form

Wie bereits oben erwähnt, zeigen sich die Symptome einer atopischen Dermatitis (atopisches Ekzem) nicht wie bei einer Kontaktallergie an einer bestimmten Stelle des Körpers, vielmehr treten diese an verschiedenen Stellen des Körpers auf und können ihr lokales Auftreten auch wechseln.

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