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Eiweißallergie

Eiweißallergie

Wer das Wort Eiweißallergie hört, denkt in der Regel zuerst an das Eiweiß aus der täglichen Ernährung, welches man zum Beispiel in Hühnereiern findet. Doch Hühnerei ist nur ein Bestandteil in einem weitaus größeren Spektrum der Eiweiße in unserer Nahrung oder Umwelt.

Grundsätzlich kann man sagen, dass fast jede Allergie durch Proteine (Proteine = Eiweiße) ausgelöst wird.
Diese finden sich in vielen Baum- und Gräserpollen oder auch bei den Auslösern einer Tierhaar-Allergie. Um nur zwei Beispiele zu nennen.

Man muss auch eine Unterscheidung treffen zwischen Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten und einer Nahrungsmittel-Allergie. Beide können zwar ähnliche Symptome verursachen, werden im Körper jedoch von ganz unterschiedlichen Funktionsmechanismen ausgelöst. Eiweiße sind ein wichtiger Bestandteil unserer Nahrung. Man trifft diese auch in Lebensmitteln an, bei denen es man auf den ersten Blick nicht vermuten würde.

Zu den Lebensmitteln und Stoffen, die am häufigsten eine Eiweißallergie auslösen, zählen:

  • Eiweiß in Vogeleiern (Hühner, Tauben, Wachteln). Hier muss man jedoch zwischen einer Eiweißallergie und einer grundsätzlichen Hühnerei-Allergie (man reagiert auf Eiweiß und Eigelb gleichermaßen) unterscheiden.
  • Eiweiße in der Milch (Kuhmilch oder auch Ziegenmilch). Nicht zu verwechseln mit Laktose-Intoleranz.
  • Eiweiße in Milchprodukten wie: Käse, Quark und Joghurt.
  • Getreideeiweiße
  • Meeresfrüchte
  • Fisch
  • Speisen, die Eiweiß enthalten, zum Beispiel Kuchen oder Eis
  • Medikamente und Schutzimpfungen (Impfstoffe werden oft unter Zuhilfenahme von Eiern oder Hühner-Embrionen hergestellt)
  • diverse Pollen

Dies sind nur einige Beispiele, die verdeutlichen sollen, wo man im täglichen Alltag mit Eiweißen konfrontiert werden kann.

Besondere Vorsicht ist auch geboten, wenn man auf Feiern, im Hotel, einem Restaurant oder in Cafes und Eisdielen, Speisen und Getränke konsumiert. Ebenfalls muss man wachsam sein, wenn Kinder in den Kindergarten kommen oder der erste Schulbesuch ansteht. Oftmals werden die Kinder dort das erste Mal in ihrem Leben mit Nahrungsmitteln konfrontiert, die bestimmte Eiweiße enthalten.

Symptome einer Eiweißallergie

Die Symptome einer Eiweißallergie sind nicht immer auf den ersten Blick als solche zu erkennen. Es kommt oft zu Verwechselungen mit anderen Krankheiten. Auch von Seiten der Ärzte. So können auch erst nach erhöhter Zufuhr von Eiweiss z.B. im Rahmen einer Eiweiß Diät, bestimmte Symptome einer Allergie auftreten.

Deshalb ist es zu empfehlen, bei dem Vorliegen der unten genannte Symptome (es müssen nicht alle auftreten) einen Facharzt/Allergologen aufzusuchen.

Zu den am häufigsten auftretenden Symptomen bei einer Eiweißallergie zählen:

  • Juckreiz, sowohl auf der Haut als auch im Mund- und Rachenbereich. Juckreiz kann grundsätzlich auch auf allen Schleimhäuten entstehen.
  • Unerklärliche Kopfschmerzen sowie eine diffuse Übelkeit
  • Quaddeln und Rötungen an unterschiedlichen Körperpartien auf der Haut
  • Ekzeme und andere Hautausschläge auch Neurodermitis
  • Erbrechen und Durchfall
  • unter besonders schlechten Umständen ein lebensbedrohlicher anaphylaktischer Schock

Wenn Sie die oben genannten Symptome nach dem Verzehr von eiweißhaltigen Nahrungsmittel oder zum Beispiel nach einer Schutzimpfung an sich beobachten, sollten Sie unverzüglich einen Arzt/Facharzt aufsuchen und diesem von Ihrem Verdacht berichten.

Diagnose einer Eiweißallergie

Um eine Eiweißallergie zu diagnostizieren, ist von Seiten des Patienten viel Geduld gefragt. Gleichfalls muss der diagnostizierende Arzt über viel Erfahrung im Bereich Allergien, speziell Lebensmittel-Allergien verfügen.

Eine Eiweißallergie kann man mit folgenden Verfahren diagnostizieren:

  • Anamnese (Patientengespräch)
  • Hauttests
  • Blutuntersuchungen
  • Diäten (Karenzdiät und Provokationsdiät)

Diagnose-Verfahren für die Eiweißallergie

Anamnese (Patientengespräch)

Bei der Anamnese erkundigt sich der Arzt nach den individuellen Lebensumständen und Essgewohnheiten des Patienten. Außerdem wird abgefragt, wann und welcher Form die Symptome erstmalig und später aufgetreten sind.

Bei diesem Gespräch kann ein eventuell geführtes Allergie-Tagebuch außerordentlich hilfreich sein. In diesem wird festgehalten, wann man welche Lebensmittel zu sich genommen hat sowie Parameter, wie die jeweilige Pollen-Fluglage (siehe Pollenflug-Kalender) und auch konsumierte Genussmittel und Medikamente sowie eventuell erfolgte Schutz-Impfungen.

Auch besondere Ereignisse, wie Erkrankungen, sollten dort aufgeführt werden. Dieses Allergie-Tagebuch kann einem Fachmann wertvolle Rückschlüsse auf die Entstehung einer Allergie ermöglichen.

Hauttests

Bei Hauttests wird in den meisten aller Fälle der so genannte Prick-Test verwendet. Bei diesem werden Eiweiße, die in speziellen Lösungen vorliegen, mittels einer Lanzette unter die Haut gebracht. Erfolgen daraufhin Reaktionen wie Juckreiz, Rötungen oder Quaddel-Bildung, so sind dies wichtige Indizien für das Vorliegen einer Eiweißallergie. Gleichzeitig wird auch das eventuelle Vorhandensein einer Pollenallergie abgeprüft.

Blutuntersuchungen

Bei Untersuchungen des Blutes wird sich meist auf das Vorliegen bzw. der Konzentration auf bestimmte Antikörper im Blut konzentriert. Diese Antikörper heißen Immunglobuline (meist Immunglobulin E = IgE). Je nach Vorhandensein lässt sich sagen, ob eine Allergie gegen Eiweiß vorliegt oder nicht.

Diäten (Karenzdiät und Provokationsdiät)

Verschiedene Diäten können ebenfalls bei der Diagnosefindung behilflich sein. Hier unterscheidet man zwei Arten.

Karenzdiät

Bei der Karenzdiät (Karenz = Ausschluss bzw. Abstand), werden die fraglichen Lebensmittel nach und nach vom Speiseplan gestrichen. Auf diese Weise ist es möglich, einzelne Eiweiße zu lokalisieren, welche als Auslöser für eine Eiweißallergie in Betracht kommen.

Eine etwas radikalere Methode ist das komplette Streichen aller Eiweiße vom Speiseplan. Nach und nach werden verschiedene eiweißhaltige Lebensmittel hinzugenommen, um bestimmte Eiweiße zu identifizieren. (Siehe auch Provokationsdiät)

Provokationsdiät

Bei einer Provokationsdiät werden zunächst alle eiweißhaltigen Stoffe vom Lebensmittel-Plan gestrichen.
Nach einem streng vorgeschrieben Plan werden nun nach und nach die verschiedenen in Frage kommenden Lebensmittel hinzugenommen. Erfolgt bei dieser Diät eine Reaktion, hat man zumindest einen der möglichen Übeltäter identifiziert.
Dies wird so lange fortgesetzt, bis man von allen fraglichen Lebensmitteln weiß.

Therapie einer Eiweißallergie

Bei der Behandlung einer Eiweißallergie stehen verschiedene Therapieansätze zur Verfügung. Der einfachste Weg ist das Meiden des jeweiligen Auslösers. Zuvor muss dieser jedoch ermittelt und somit bekannt sein.

Diese Form der Therapie einer Eiweißallergie stellt jedoch einen tiefen Einschnitt in das Leben der Betroffenen dar.
Deshalb wird diese Variante bei der Bekämpfung einer Eiweißallergie meistens nur in Fällen vorgenommen, bei denen alle anderen Therapieformen versagt haben.

Als Zweites kann man eine so genannte Hyposensibilisierung vornehmen. Bei dieser Therapieform werden stetig steigende Dosen des in Frage kommenden Eiweißes verabreicht. Nach Ablauf von wenigen Monaten bis einigen Jahren, kann eine Toleranz gegenüber dem allergieauslösendem Eiweiß erzielt werden. Das bedeutet, dass Eiweißallergiker wieder ganz normal essen können.

Im Gegensatz zu anderen Formen der Hyposensibilisierung werden hier Allergene nicht in Form von Injektionen oder als Tabletten gegeben, sondern als Eiweiß-Pulver verabreicht.

Laut anerkannten Studien, hat diese Form der Therapie bei 55 bis 75% der behandelten Patienten Erfolge gebracht. In vielen Fällen wurde die Allergentoleranz schon nach Ablauf von wenigen Monaten erzielt.

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