Startseite / Allergie Ratgeber / Was hilft gegen Nesselsucht: Ursachen, Symptome und Behandlung
Was hilft gegen Nesselsucht: Ursachen, Symptome und Behandlung

Was hilft gegen Nesselsucht: Ursachen, Symptome und Behandlung

Was ist Nesselsucht?

Die Nesselsucht ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche krankhafte Veränderungen der Haut. Umgangssprachlich bezeichnet man sie auch als Nesselfieber oder Quaddelsucht. Der Fachbegriff für die Erkrankung heißt Urtikaria und leitet sich von dem lateinischen Wort urere für „brennen“ ab. Zwischen 15 und 25 Prozent der Bevölkerung sind mindestens einmal im Leben von einer Urtikaria betroffen. Meist handelt es sich dabei um die akute Form der Nesselsucht.

Der Name der Erkrankung ergibt sich aus ihrem Erscheinungsbild. Bei der Nesselsucht bilden sich Schwellungen der Haut, die sogenannten Quaddeln. Meist sind diese Schwellungen von Rötungen und einem unangenehmen Brennen und Juckreiz begleitet. Da ihr Aussehen an die Hautreaktionen nach einem Sturz in Brennnesseln erinnert, hat die Erkrankung die Bezeichnung Nesselsucht erhalten.

Die Nesselsucht kann alle Teile des Körpers betreffen. Im Gesicht oder im Rachenbereich werden die Rötungen und Quaddeln von den Patienten meist als besonders unangenehm empfunden. Das Brennen und Jucken kann die Lebensqualität beeinträchtigen, im Allgemeinen ist eine Urtikaria jedoch ungefährlich. In der Mehrzahl der Fälle kommt es nach einigen Tagen zu einer spontanen Heilung. Besonders bei Kindern sollte man allerdings achtsam sein, wenn die Schwellungen und Rötungen durch eine allergische Reaktion hervorgerufen werden und einen Arzt aufsuchen.

Woher kommt Nesselsucht und wer ist betroffen?

Eine Urtikaria kann in jeder Lebensphase auftreten, Erwachsene erkranken häufiger daran als Kinder. Die meisten Fälle einer akuten Nesselsucht treten zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr auf, wobei Frauen stärker betroffen sind als Männer. Die Nesselsucht wird nicht vererbt und es besteht keine Ansteckungsgefahr. Etwa zehn Prozent der Bevölkerung leiden unter der chronischen Form.

Das Entstehen einer Nesselsucht ist ein komplexer Vorgang. Aufgrund einer Reizung schütten spezielle Zellen der körpereigenen Immunabwehr entzündungsfördernde Botenstoffe aus. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Botenstoffe ist das Gewebshormon Histamin. Die Zellen der Immunabwehr, die sogenannten Mastzellen, setzen das Gewebshormon frei und der Körper reagiert mit dem typischen Hautausschlag. Auf der Körperoberfläche bilden sich Quaddeln und Rötungen und es kommt zu dem bekannten Brennen und Jucken. Manchmal entstehen auch tiefer liegende Schwellungen.

Das Freisetzen des Gewebshormons durch die Mastzellen kann durch eine allergische Reaktion hervorgerufen werden. Die Betroffenen reagieren z.B. auf unterschiedliche Nahrungsmittel oder Pollen. Das ist aber nicht bei jedem Auftreten einer Nesselsucht der Fall, denn eine Urtikaria kann mehrere Auslöser haben und muss nicht allergisch bedingt sein.

Was sind die Symptome?

Die typischen Anzeichen für eine Nesselsucht sind die juckenden und brennenden Quaddeln auf der Haut. In selteneren Fällen treten sie gemeinsam mit tiefer liegenden Schwellungen auf. Diese werden in der Fachsprache als Angioödeme bezeichnet. Die Quaddeln verschwinden in der Regel nach rund einem Tag und es erscheinen neue Schwellungen an anderen Körperstellen. Angioödeme bilden sich meist nach ein bis drei Tagen wieder zurück.

Bei den Quaddeln handelt es sich um Ansammlungen von Wasser in den oberen Hautschichten. Die Wasseransammlung verursacht eine scharf begrenzte Wölbung der Haut und ist häufig von einer Rötung umgeben. Der Durchmesser der Quaddeln beträgt meist wenige Millimeter. Manchmal erreichen die Schwellungen allerdings Längen von bis zu zwei Zentimetern und können sich mit benachbarten Quaddeln zu großflächigen Bereichen verbinden. Zum Unterschied zu den häufig umgebenden Rötungen sind die Quaddeln selbst hautfarben bis weißlich.

Angioödeme treten bei der Nesselsucht seltener zu tage. Bei manchen Patienten erscheinen sie gleichzeitig mit den juckenden Quaddeln, bei anderen treten sie ausschließlich auf. Die tiefer liegenden Schwellungen sind großflächig und unscharf begrenzt. Der unangenehme Juckreiz bleibt im Normalfall aus, dagegen kommt es bei den Patienten zu Spannungsgefühlen und selten zu einem schmerzhaften Brennen.

Welche Formen der Nesselsucht gibt es?

Eine Urtikaria kann in unterschiedlichen Formen auftreten. Manche Patienten sind ausschließlich von einer Form betroffen, bei anderen zeigen sich die unterschiedlichen Ausprägungen der Erkrankung zur gleichen Zeit. Fachleute unterscheiden drei wesentliche Gruppen der Nesselsucht.

Die physikalische Nesselsucht

Bei der physikalischen Urtikaria werden die Schwellungen durch physikalische Reize bewirkt. Zu den Auslösern zählen zum Beispiel Wind, Kälte und Druck. Etwa zehn Prozent aller Fälle von Nesselsucht werden durch physikalische Einwirkung verursacht.

Die spontane Nesselsucht

Bei der spontanen Urtikaria ist der Auslöser für den Patienten oder Arzt nicht unmittelbar ersichtlich. Die Quaddeln erscheinen quasi „aus dem Nichts“. Nach der Dauer des Auftretens der Symptome unterscheiden Mediziner zwischen einer spontan akuten und einer spontan chronischen Urtikaria. Die akute Form zeigt sich nicht länger als sechs Wochen. Die Dauer der chronischen Form geht darüber hinaus und kann auch von symptomfreien Perioden unterbrochen sein.

Andere Formen der Nesselsucht

Die übrigen Formen der Nesselsucht werden unter diesem Überbegriff zusammengefasst. Die Auslöser können körperliche Anstrengung, vermehrtes Schwitzen oder Kontakt mit Wasser sein. Weniger als 10 Prozent aller Betroffenen leiden darunter.

Wie kann man Abhilfe schaffen?

Die Nesselsucht lässt sich in der Regel gut behandeln. Je nach Art und Schwere der Symptome entscheidet der Arzt über die Form der Therapie. Sie setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen und wird individuell auf den Patienten abgestimmt.

Vermeiden von Auslösern

Der Grundbaustein der Behandlung von Nesselsucht ist das Vermeiden von Auslösern. Dies bedarf einer Abklärung der Ursachen. Können die Auslöser vom Arzt oder Patienten identifiziert werden, ist es dem Betroffenen möglich, entsprechende Nahrungsmittel aus seinem Speiseplan zu streichen, chronische Infekte behandeln zu lassen oder Druck- bzw. Kältereize zu vermeiden.

Nicht immer ist es allerdings möglich, sämtlichen Auslösern aus dem Weg zu gehen. In diesem Fall stehen den Patienten unterschiedliche Medikamente aus der Apotheke zur Verfügung.

Behandlung mit Medikamenten

Die Symptome einer Nesselsucht sind unangenehm und viele Patienten klagen über eine Minderung der Lebensqualität. Verschiedene Allergiemittel können Abhilfe schaffen. Diese sind in Apotheken zu finden. Nicht nur bei Bedarf an Antiallergiemitteln ist die shop-apotheke mit ihrem sehr großen Sortiment an Produkten eine gute Anlaufstelle.

Hier stehen die verschiedenen Medikamentengruppen für die Therapie der Nesselsucht zur Verfügung. Antihistaminika lindern die allergischen und allergieverwandten Symptome, indem sie die Wirkung des Histamins hemmen. Dabei machen die Antihistaminika der neuen Generation nicht müde. Bei schweren Fällen von Nesselsucht helfen kortisonhaltige Präparate und Leukotrien-Antagonisten kommen bei chronischer Nesselsucht erfolgreich zum Einsatz.

Über Robert Milan

Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.