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Mandelallergie: Symptome, Ursachen und Tipps für Mandel Allergiker

Mandelallergie

Dass Nüsse, insbesondere Erd- und Walnüsse, im Allgemeinen ein Allergieauslöser sein können, dürfte gemeinhin bekannt sein. In vielen Fällen greifen die Betroffenen dann auf Mandeln zurück, da diese besser vertragen werden. Doch auch hier besteht die Gefahr einer Allergie. Dieser Ratgeber soll dabei helfen herauszufinden, ob eine Mandelallergie vorliegt, wann sie auftauchen kann, welche Symptome sie hat und ob Behandlungsmöglichkeiten bestehen, um sie wieder loszuwerden.

Die Mandel – Eine kurze Erläuterung

Sie stammt aus der Familie der Rosengewächse und ist eine Pflanzenart, die in zahlreichen Kosmetikprodukten und als Nahrungsmittel genutzt wird. Nicht umsonst, denn ihre Fähigkeiten genießen einen guten Ruf. Die Früchte des für gewöhnlich in Südwestasien angesiedelten Baums enthalten Stoffe, die für unsere Haut sehr wertvoll sein können. So ist es nicht verwunderlich, dass das aus den Früchten gewonnene Mandelöl nicht selten in Cremes und Tinkturen Anwendung findet.

Doch auch zum Verzehr sind die süßen Mandeln, speziell innerhalb der Weihnachtszeit, gut geeignet. Während die gebrannte Variante uns auch gerne mal auf der Kirmes den einen oder anderen Zahn zieht. Zerstoßene oder gemahlene Mandeln die mittels Wasser zu Milch gemacht werden, dienen häufig Vegetariern oder Veganern als Alternative zur handelsüblichen Kuhmilch. Unterdessen sind Mandelmehl und Mandelmus beliebte Lebensmittelprodukte, die sich im Alltagsgebrauch immer häufiger bewähren.

Gesundheitliche Vorzüge der Mandel

Im Rahmen epidemiologischer Studien wurde festgestellt, dass diejenigen, die regelmäßig Mandeln und Nüsse verzehren, ihr Herz-Kreislauf-System stärken können und seltener an entsprechenden Krankheiten leiden. Die Empfehlungen dieser Studie betragen 20 Gramm Mandeln täglich, um das Risiko zur Herzkrankheit zu halbieren. Zudem besitzen sie cholesterinsenkende Wirkung und sind auch für den Blutdruck ein Gewinn. Die enthaltene Folsäure ist für Schwangere wichtig. Sie decken mit 100 Gramm etwa 6,25 Prozent des gesamten Tagesbedarfs.

Nahrungsmittelunterverträglichkeit – Die umfassende Bezeichnung

Die Mandelallergie wird allgemein zur Gruppe der Nahrungsmittelallergien gezählt, insbesondere die Untergruppe der Sofortallergien. Allergische Reaktionen tauchen bei dieser Form der Allergie meist binnen weniger Minuten nach dem Verzehr auf und können sehr unterschiedlich sein, was ihren Schweregrad angeht.

Insbesondere bei Fertigprodukten tauchen derartige Erscheinungen immer gerne auf, da hier nie zu 100 Prozent klar ist, was eigentlich im Gericht drinsteckt und nicht alles auf der Verpackung gekennzeichnet ist. Bei der Nahrungsmittelallergie geht man davon aus, dass sie etwa 5 Prozent der Erwachsenen betrifft und etwa bei 5 bis 10 Prozent der Kinder auftritt. Manche der Allergien schleichen sich mit den Jahren zum Erwachsenwerden aus, während andere ein Leben lang bestehen bleiben.

Mandelallergie – Wie sind die Symptome?

Die Symptome für eine Mandelallergie sind relativ typisch und einfach zu erkennen. Diese können wie folgt aussehen:

  • Mund, Lippen und Zunge schwellen an
  • Juckreiz in der Mundschleimhaut
  • Anschwellen der Schleimhäute
  • Jucken der Haut
  • Hautrötungen, -reizungen und -entzündungen
  • Atembeschwerden und allergisches Asthma
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Pusteln, Pickel und Nesselsucht
  • Dermatitis

Symptome wie Schnupfen oder eine ständig laufende Nase sind eher unüblich bei dieser Form der Allergie. Schlimmstenfalls kommt es jedoch zu einem allergischen Schock, der mit dem Tod enden kann, wenn er nicht behandelt wird.

Wie lässt sich eine Mandelallergie feststellen?

Im Gegensatz zu anderen Allergien lässt sich die gegen Mandeln relativ leicht über einen sogenannten Prick- oder Scratchtest feststellen. Das Diagnoseverfahren wird häufig bei dem Verdacht auf Allergien des Typs I (Sofortallergien) verwendet. Der Test sollte von einem erfahrenen Arzt durchgeführt werden, einem Allergologen. Dieser gibt dabei den Tropfen einer Lösung auf die Haut, welche das Allergen enthält und sticht mit einer kleinen Nadel oder Prick-Lanzette in die oberste Hautschicht.

Auf diesem Weg gelangt das Allergen unter die Haut und erzeugt, sofern eine Allergie besteht, eine Reaktion. Idealerweise geschieht dies auf der Innenseite des Unterarms oder gegebenenfalls auf dem Rücken. Rötet sich beispielsweise binnen 15 bis 20 Minuten beim Mandelallergen die Haut, ist es ziemlich sicher, dass eine Mandelallergie vorliegt.

Der Unterschied zwischen Pollen und Früchten

Bei der Allergie muss zwingend beachtet werden, dass der Körper in der Regel nur auf die Früchte des Baums reagiert, die Mandeln, nicht aber auf die Pollen, die der Baum absondert. Daher ist es für die meisten Menschen nicht offensichtlich, dass sie unter einer Allergie leiden, wenn sie sich in der freien Natur bewegen. Zudem die Pollen der Mandel kaum potente Allergene beinhaltet.

Wann entwickelt sich eine Mandelallergie?

Der Zeitpunkt, wann sich die Allergie entwickelt, lässt sich nicht genau festlegen. Es handelt sich jedoch meistens um diejenigen, die ohnehin schon allergisch auf andere Dinge reagieren. So hat man zum Beispiel festgestellt, dass es in erster Linie diejenigen betrifft, die gegen die Haselnüsse oder die Pollen der Birke allergisch sind. In diesem Fall ist der Weg zur Mandelallergie nicht mehr weit.

Bei etwa zwei bis zehn Prozent liegt vielfach schon eine Nahrungsmittelunterverträglichkeit vor. Sie sind besonders sensibel dafür, weitere Allergien zu entwickeln, weil das Immunsystem dann empfindlicher reagiert. Der Verlauf erfolgt meist über das Abwehrsystem des Körpers, welches schleichend Antikörper bildet und somit die charakteristischen Symptome der Allergie erzeugt. Dringen dann die Allergene erneut in den Organismus ein, kommt es zu entsprechenden Reaktionen.

Wie lässt sich die Mandelallergie behandeln?

Die Behandlung fällt in den meisten Fällen schwer, weil die Mandelallergie als solche häufig nicht direkt erkannt wird, oder es Kreuzallergien gibt. Empfehlenswert ist es jedoch, entsprechende Lebensmittel zu meiden, die Mandeln enthalten und etwas genauer auf das Etikett zu schauen. Leider stecken in vielen Fertigprodukten Mandelspuren drin, welche dann aber genau bezeichnet werden müssen.

Eine Alternative bei akuten Symptomen ist ein Antiallergikum, das mit Kortison arbeitet und binnen weniger Minuten wirksam ist. Diese sind in den Darreichungsformen als Tabletten und Cremes erhältlich. Für Betroffene, die nicht immer davon ausgehen können, dass im Essen keine Mandeln enthalten sind, ist es immer empfehlenswert, ein geeignetes Notfallhilfe-Set dabei zu haben. Eine Immuntherapie, die sogenannte Desensibilisierung, ist ebenfalls ein Ansatz.

Was genau ist eine Desensibilisierung?

Die Desensibilisierung, oder Hyposensibilisierung, ist eine Methode, bei welcher der Körper schleichend an die schädlichen Allergene gewöhnt wird, so dass es für ihn tolerabel ist. Bei dieser Methode erhält der Patient über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren regelmäßig das Allergen unter die Haut gespritzt oder nimmt es oral ein. Die Dosis ist anfangs so gering, dass es für den Körper nicht allergieauslösend ist.

Im Lauf der Zeit gewöhnt sich der Betroffene an den Stoff, so dass ein gewisser (normaler) Pegel vertragen wird. Im Anschluss wird die Dosierung langsam verringert. Das Verfahren gleicht dann einer typischen Impfung, bei welcher der Impfstoff alle vier bis acht Wochen nachgespritzt werden muss, um den Pegel dauerhaft zu erhalten. Manche Allergien lassen sich so gut desensibilisieren, dass der Patient zum Schluss keine Probleme mehr hat. Bei anderen bleibt es jedoch bei einem Versuch ohne weiteren Erfolg, oder es kommt erneut zu allergischen Reaktionen.

Was ist ein Provokationstest

Ein Provokationstest bezeichnet man eine Diagnosemethode, bei der der Patient mit einem potenziellem Allergieauslöser konfrontiert wird und im weiteren Verlauf die Auswirkungen gemessen werden.

Man kennt viele unterschiedliche Formen eines Provokationstests. Die wichtigsten möchten wir nachfolgend zeigen. -> Mehr zum Thema Provokationstest

Was ist eine Hyposensibilisierung

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Hyposensibilisierung Ratgeber

Zur Therapie einer Allergie hat sich die Hyposensibilisierung als eine der effektivsten Therapieswege erwiesen. Zusätzliche Bezeichnungen für diese Therapie sind „Allergieimpfung“ oder Desensibilisierung. Wobei die letzte Benennung falsch ist, da ein Allergiker bei dieser Therapie in Wirklichkeit seine Allergie behält.

Mit einer Hyposensibilisierung werden ausschließlich die Beschwerden der Allergie verdrängt, also das zum Ausbruch kommen der Allergie verhindert. Lediglich bei wirklich starken Belastungen durch die potentiellen Allergene könnte es zu Krankheitsanzeichen kommen. -> Mehr zum Thema Hyposensibilisierung

Was sind Kreuzallergien

Wer an einer Allergie leidet, hat in aller Regel bereits genug Beschwerden damit. Doch damit nicht genug. Mehr als 50% aller Allergiker leidet auch noch an einer so genannten Kreuzallergie. Das heißt, dass man zusätzlich zum wirklichen Allergen, noch auf zusätzliche Stoffe allergisch reagiert. Jugendliche und Erwachsene sind gleichfalls betroffen.

Grundsätzlich kann man keine Allergene ausnehmen. Alle bekannten Allergie-Auslöser könnten dazu beitragen, dass eine Kreuzallergie entsteht. -> Mehr zum Thema Kreuzallergien

Was ist ein Pricktest

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Prick Test Ratgeber

Ein Pricktest wird von Allergologen angewendet, um eine Sensibilisierung auf spezifische Allergene auszuschließen beziehungsweise nachzuweisen. In der Realität geht ein Pricktest auf folgende Weise vonstatten: Zu Beginn markiert der Arzt mit einem Schreibstift verschiedene Flächee auf der Innenseite des Unterarms. In diese Markierungen werden dann standardisierte Testlösungen gebracht.

In diesen Lösungen sind auch eine sogenannte Positiv- und Negativprobe inbegriffen. Jene haben die Funktion anzuzeigen, ob eine Wirkung passiert. Das macht man, indem man als Positivprobe Histamin verwendet. -> Mehr erfahren zum Thema Pricktest

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Über Robert Milan

- Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.