Haselpollenallergie – Symptome, Diagnose und Behandlung

Inhaltsverzeichnis
- Was sind die Symptome einer Haselpollenallergie?
- Ursachen der Haselpollenallergie
- Behandlungsmöglichkeiten bei Haselpollenallergie
- Vorbeugende Maßnahmen
- Zusammenfassung
- FAQ:
- Wann beginnt die Blütezeit der Hasel?
- Welche typischen Symptome löst die Haselpollenallergie aus?
- Was ist eine Kreuzallergie im Zusammenhang mit Haselpollen?
- Welche Lebensmittel muss ich bei einer Haselpollenallergie meiden?
- Was ist der Unterschied zwischen Haselpollen- und Haselnussallergie?
- Wie kann man sich vor Haselpollen im Alltag schützen?
- Wie wird eine Haselpollenallergie diagnostiziert?
- Welche medikamentösen Behandlungen gibt es?
- Kann eine Haselpollenallergie zu Asthma führen?
- Was genau ist das Orale Allergiesyndrom (OAS)?
- FAQ:
Was sind die Symptome einer Haselpollenallergie?
Die Anzeichen einer Haselpollenallergie ähneln denen anderer Pollenallergien. Zu den häufigsten Symptomen zählen:
- Tränende, brennende Augen: Diese Reaktion wird durch die Irritation der Augen durch Pollen verursacht.
- Geschwollene Schleimhäute: Allergische Reaktionen können Schwellungen in den Nasenschleimhäuten verursachen, was zu einer verstopften Nase führt.
- Hautrötungen: Bei manchen Personen kann der Kontakt mit Pollen zu Hautirritationen und Rötungen führen.
- Niesen und Husten: Diese Symptome dienen als Abwehrmechanismen des Körpers, um die Allergene zu entfernen.
- Atemwegsreizungen bis hin zu allergischem Asthma: Bei schweren Fällen können die Allergene zu ernsthaften Atemproblemen führen.
Ursachen der Haselpollenallergie
Haselpollenallergien werden durch das Einatmen von Pollen verursacht, die von Haselbäumen während ihrer Blütezeit freigesetzt werden. Personen, die gegen diese Pollen empfindlich sind, entwickeln allergische Symptome, wenn sie diesen ausgesetzt sind. Die Veranlagung für Allergien kann auch erblich bedingt sein.
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Behandlungsmöglichkeiten bei Haselpollenallergie
Die Behandlung von Haselpollenallergien konzentriert sich auf die Linderung der Symptome sowie die Vermeidung der Exposition gegenüber den Allergenen. Zu den gängigen Behandlungsansätzen gehören:
- Antihistaminika: Diese Medikamente helfen, allergische Reaktionen zu unterdrücken und Symptome zu lindern.
- Nasensprays: Steroidhaltige Nasensprays können Entzündungen in der Nase reduzieren.
- Allergieimpfungen: In einigen Fällen können Allergieimpfungen helfen, die Reaktion des Körpersauf Allergene zu verändern.
Vorbeugende Maßnahmen
Neben der medizinischen Behandlung gibt es mehrere vorbeugende Maßnahmen, die Betroffene ergreifen können, um ihre Symptome zu minimieren:
- Vermeiden Sie es, während der Hauptblütezeit der Haselbäume im Freien zu sein.
- Halten Sie Fenster und Türen geschlossen, um zu verhindern, dass Pollen ins Haus gelangen.
- Verwenden Sie Luftreiniger, um die Luft in Innenräumen von Allergenen zu reinigen.
- Duschen Sie nach dem Aufenthalt im Freien, um Pollen von Haut und Haaren zu entfernen.
Kreuzallergien: Wenn Pollen und Nahrungsmittel interagieren
Die Kreuzreaktionen, die bei einer Haselpollenallergie auftreten, sind auf die Ähnlichkeit der Proteinstrukturen in Haselpollen und bestimmten Obstsorten zurückzuführen. Diese Ähnlichkeiten können vom Immunsystem der Betroffenen kaum unterschieden werden, was zu einer allergischen Reaktion führt, wenn diese Früchte verzehrt werden. Neben Kernobst können auch Birkenpollen ähnliche Reaktionen hervorrufen, da ihre Proteinstrukturen den Haselpollen ähneln.
Vorsicht beim Verzehr von Nüssen
Ein weiteres Risiko für Menschen mit Haselpollenallergie ist der Verzehr von Haselnüssen und anderen Nussarten. Diese können allergische Reaktionen im Mundbereich, wie das Anschwellen der Schleimhäute oder Juckreiz um die Mundpartie, verursachen. Es ist daher ratsam, bei Verdacht auf eine Haselpollenallergie auch beim Verzehr von Nüssen Vorsicht walten zu lassen.
Die Spezifische Immuntherapie (SIT) als kausale Behandlung
Während Antihistaminika und Kortison die Symptome der Haselpollenallergie lindern, ist die Spezifische Immuntherapie (SIT), oft als Hyposensibilisierung bezeichnet, die einzige Behandlung, die ursächlich ansetzt und das Immunsystem umschult. Bei dieser Therapieform wird das Haselpollen-Allergen über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren in steigender Dosis verabreicht, entweder als Injektion (SCIT) oder in Tablettenform (SLIT).
Ziel der SIT ist es, die Überreaktion des Körpers auf die Haselpollen langfristig zu normalisieren, wodurch Symptome dauerhaft reduziert werden und das Risiko eines Etagenwechsels zum Asthma verringert wird. Sie sollte idealerweise im Herbst, außerhalb der Pollensaison, begonnen werden.
Kreuzreaktionen und das Orale Allergiesyndrom (OAS)
Die Haselpollenallergie ist eng mit Kreuzreaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel verbunden, da das Hauptallergen Cor a 1 dem Hauptallergen der Birke (Bet v 1) stark ähnelt. Betroffene sollten insbesondere beim Verzehr von Haselnüssen, Walnüssen, Mandeln sowie Kern- und Steinobst wie Äpfeln, Birnen, Kirschen, Pfirsichen und Nektarinen vorsichtig sein.
Diese Kreuzreaktionen lösen oft das sogenannte Orale Allergiesyndrom (OAS) aus, das sich durch Jucken oder Kribbeln auf der Zunge, im Gaumen oder an den Lippen äußert. Das Kochen oder Erhitzen dieser Lebensmittel kann die Allergenität in vielen Fällen reduzieren, was Patienten mit Haselpollenallergie oft eine bessere Verträglichkeit ermöglicht.
Pollenflug-Gefahrenindex und tageszeitliche Vorsorge
Um die Vorsorge bei einer Haselpollenallergie zu optimieren, ist es entscheidend, den Pollenflug-Gefahrenindex zu überwachen; offizielle Datenquellen wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) oder spezialisierte Apps liefern hier tagesaktuelle Prognosen.
Es ist wichtig zu wissen, dass die Pollenkonzentration tageszeitlich variiert: in städtischen Gebieten ist die Belastung oft am Abend am höchsten, während sie auf dem Land in den frühen Morgenstunden ihren Höhepunkt erreicht. Durch gezieltes Lüften zu pollenarmen Zeiten (in der Stadt morgens, auf dem Land abends) und den Einsatz von Pollenschutzgittern können Sie die Pollenbelastung in Ihren Wohnräumen deutlich reduzieren.
Zusammenfassung
Die Haselpollenallergie ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die jedoch mit einer Kombination aus medizinischen Behandlungen und vorbeugenden Maßnahmen effektiv gemanagt werden kann. Es ist wichtig, bei ersten Anzeichen einer Allergie einen Arzt aufzusuchen, um eine angemessene Behandlung zu erhalten und das Risiko schwerwiegender Komplikationen zu verringern.
Quellen:
- Haselpollen-Allergie – Allum – Allergie, Umwelt und Kindergesundheit
- Hasel-Allergie? Kreuzallergie? Erkennde die No-Go-Lebensmittel! – MeinAllergiePortal
- Hasel-Allergie | Polli
FAQ:
Wann beginnt die Blütezeit der Hasel?
Die Hasel gehört zu den sogenannten Frühblühern, deren Pollenflug oft schon im Dezember beginnen kann, wenn die Winter mild sind. Die Hauptblütezeit, in der die Pollenbelastung am höchsten ist, liegt jedoch meist in den Monaten Februar und März.
Welche typischen Symptome löst die Haselpollenallergie aus?
Die Reaktionen ähneln einem klassischen Heuschnupfen und äußern sich primär in einer laufenden oder verstopften Nase sowie häufigen Niesanfällen. Hinzu kommen meist stark juckende, tränende und gerötete Augen, die das allgemeine Wohlbefinden stark beeinträchtigen.
Was ist eine Kreuzallergie im Zusammenhang mit Haselpollen?
Eine Kreuzallergie entsteht, weil die Proteine der Haselpollen denen anderer Pflanzen, insbesondere Birke und Erle, stark ähneln und das Immunsystem sie verwechselt. Dies führt dazu, dass Haselpollenallergiker häufig auch auf die Pollen dieser eng verwandten Baumarten allergisch reagieren.
Welche Lebensmittel muss ich bei einer Haselpollenallergie meiden?
Aufgrund der engen botanischen Verwandtschaft kommt es oft zu Kreuzreaktionen beim Verzehr von Haselnüssen, aber auch Kern- und Steinobst wie Äpfeln, Birnen, Kirschen und Pfirsichen. Diese Nahrungsmittel können ein Jucken oder Kribbeln im Mund- und Rachenraum auslösen.
Was ist der Unterschied zwischen Haselpollen- und Haselnussallergie?
Eine Haselpollenallergie ist eine inhalative Allergie, die primär die Atemwege betrifft und saisonal auftritt, während die Haselnussallergie eine Nahrungsmittelallergie darstellt und ganzjährig durch den direkten Verzehr ausgelöst wird. Bei der Pollenallergie ist die Reaktion auf die Nuss meist nur eine milde Kreuzreaktion (OAS), während die echte Nussallergie lebensbedrohlich sein kann.
Wie kann man sich vor Haselpollen im Alltag schützen?
Um die Pollenexposition zu reduzieren, sollten Sie getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen und sich abends vor dem Zubettgehen die Haare waschen, um anhaftende Pollen zu entfernen. Während der starken Pollenflugzeiten hilft es, die Fenster geschlossen zu halten und nur kurz stoßzulüften, idealerweise nach einem Regenschauer.
Wie wird eine Haselpollenallergie diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch einen Hauttest (Prick-Test), bei dem Allergenlösungen in die Haut eingebracht werden, um eine lokale Reaktion hervorzurufen. Zusätzlich kann eine Blutuntersuchung (RAST-Test) durchgeführt werden, um spezifische IgE-Antikörper gegen das Haselpollen-Allergen nachzuweisen.
Welche medikamentösen Behandlungen gibt es?
Zur Linderung der akuten Symptome werden häufig Antihistaminika in Form von Tabletten, Nasensprays oder Augentropfen eingesetzt, welche die Wirkung des Botenstoffs Histamin hemmen. Bei starker Entzündung können auch kortisonhaltige Nasensprays vom Arzt verschrieben werden.
Kann eine Haselpollenallergie zu Asthma führen?
Ja, wenn eine Haselpollenallergie über Jahre unbehandelt bleibt, kann es im Sinne eines sogenannten Etagenwechsels zu einer chronischen Entzündung der unteren Atemwege kommen. Dies manifestiert sich dann als allergisches Asthma, das sich durch Husten, Engegefühl in der Brust und Atemnot bemerkbar macht.
Was genau ist das Orale Allergiesyndrom (OAS)?
Das OAS beschreibt die unmittelbaren allergischen Reaktionen, die im Mund- und Rachenraum nach dem Verzehr von kreuzreagierenden Lebensmitteln auftreten. Symptome sind dabei ein Kribbeln auf der Zunge oder im Gaumen sowie leichte Schwellungen der Lippen oder der Mundschleimhaut.


