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Allergie Nektarine und Pfirsich
Symptome und Tipps bei Pfirsich, Nektarinen Allergie

Allergie Nektarine und Pfirsich

Nektarine Allergie – Steinobstallergie par excellence

Die Nektarine – Das Steinobst mit der glatten Haut ist nicht selten verantwortlich für eine Allergie. In vielen Fällen leidet man jedoch nicht nur unter einer Nektarine Allergie, häufig sind beim Vorhandensein auch Unverträglichkeiten gegen andere Steinobstarten inbegriffen. Und wo ist eigentlich der Unterschied zwischen Pfirsich und Nektarine? Ist das nicht dasselbe? Dieser Ratgeber klärt auf und erläutert, wie sich eine solche Allergie äußert, welche Menschen besonders betroffen sind und was man dagegen tun kann.

Nektarine und Pfirsich – Eine pelzig, die andere nackt

Viele Menschen sind beim Unterschied zwischen Pfirsich und Nektarine absolut überfragt. Dabei haben diese beiden Obstsorten mehr als nur die Form gemeinsam. Genau betrachtet ist die Nektarine eine Mutation des Pfirsichs und besitzt nicht die leicht pelzige Haut sondern ist Glatt. Was das Innere angeht ist sie gelblich, je nach Sorte heller oder dunkler. Das Steinobst stammt aus der Familie der Rosengewächse, seine Genetik ist so veranlagt, dass es auch dazu in der Lage ist, an Pfirsichbäumen zu wachsen.

Bekanntheit bekam das Obst bereits zur Zeitenwende, damals in China, Griechenland und Persien. Kultiviert haben sie die Engländer im 17. Jahrhundert, doch erst in den letzten Jahrzehnten erhielt sie eine höhere Popularität. Heute wird sie in Frankreich, Italien, Spanien und Griechenland kultiviert. Der einzige Unterschied zu ihrer behaarten Verwandtschaft besteht (abgesehen von der Haut), dass sie einen höheren Gehalt an Kalium aufweisen und mehr Kohlenhydrate. Bei der Annahme, die Nektarine sei eine Kreuzung aus Pfirsich und Pflaume handelt es sich übrigens um ein Gerücht.

Die Allergie gegen Nektarinen – Mehr als es scheint

Wer eine Allergie gegen Nektarinen aufweist, der hat leider auch mit anderen Sorten Steinobst so seine Probleme. Oftmals leiden Betroffene auch an einer Unverträglichkeit gegen Pfirsiche oder Aprikosen. Sie gehören zur Gruppe der Lebensmittelallergien oder -unverträglichkeiten, von denen ungefähr 7 Prozent der Menschheit betroffen sind.

Allerdings entwickelt sie sich erst dann, wenn man bereits mehrfach mit dem Allergen in Kontakt gekommen ist und das Immunsystem dafür sensibel ist. Vielfach sind auch Kreuzallergien bekannt. Demnach sind Personen, die bei Kirschen, Äpfel, Pflaumen oder Haselnüsse eine Allergie aufweisen, häufig auch von einer Nektarinen Allergie betroffen. Nach dem Apfel ist die Nektarine übrigens die Obstsorte, bei welcher die meisten Menschen eine Allergie entwickeln.

Nicht nur beim Verzehr ist eine Allergie möglich

Wer davon ausgeht, dass die Allergie nur dann auftauchen kann, wenn er das betroffene Steinobst verzehrt, liegt falsch. Da die Nektarine auch vermehrt in Kosmetik- und Beautyprodukten auftaucht, ist es auch wichtig beim Einkauf auf das Etikett zu achten. Denn nicht nur die als Nacktpfirsich oder Glattpfirsich bekannte Frucht selbst kann die Allergie auslösen oder verstärken, sondern auch die konzentrierten Inhaltsstoffe der besagten Produkte.

Welche Ursache hat die Nektarinen Allergie?

Der entsprechende Stoff der die Allergie auslöst, wird bei der Nektarine nicht genau benannt. Bekannt ist aber, dass er sich hauptsächlich unter der Schale befindet. Im Fruchtfleisch dagegen ist sein Gehalt so verschwindend gering, dass selbst Allergiker ohne Probleme eine geschälte Nektarine essen können, während bei der ungeschälten Version Symptome auftauchen. Daher ist es auch für viele Betroffene ohne Weiteres möglich, dass sie das Obst aus der Dose essen und frei von Reaktionen bleiben.

Die Symptome einer Nektarinen Allergie

Besonders eindeutig machen die Symptome eine vorhandene Allergie. Man spricht hierbei auch von einem oralen Allergiesyndrom. Das bedeutet, dass die meisten Symptome im Mund- und Gesichtsbereich auftauchen. Bei der Nektarine gleichen sie denen anderer Unverträglichkeiten und zeigen sich wie folgt:

  • Juckreiz im Rachen oder Hals
  • Entwicklung von Pickeln oder Pusteln auf der Zunge
  • Lippen und Zunge schwellen an
  • Mund- und Zungenschleimhaut können sich entzünden
  • Ausschlag und Rötungen im Gesichtsbereich
  • schlimmstenfalls anaphylaktischer Schock

Wird ein anaphylaktischer Schock nicht umgehend behandelt, besteht auch Todesgefahr. Besteht der Verdacht auf eine Allergie, ist es immer empfehlenswert, einen Test durchführen zu lassen. Sind die Symptome noch nicht erheblich, ist es in jedem Fall ratsam, beim nächsten Kontakt mit dem Obst zu beobachten, ob die Symptome wieder auftauchen und dann einen Facharzt aufzusuchen, der anhand von Tests feststellen kann, ob eine handfeste Allergie vorliegt.

Wie wird eine Nektarine Allergie festgestellt?

Während bei anderen Allergiearten der Pricktest zur Feststellung der Allergie dient, wird bei der Nektarine offen darauf verzichtet. Oftmals genügt es, auf Nektarinen oder andere Steinobstsorten gänzlich zu verzichten. Beim Kauf von Pflegeprodukten ist es immer empfehlenswert auf das Etikett zu schauen, um dem Wirkstoff aus dem Weg zu gehen. Kommt es zu einer Reaktion, nimmt man das betroffene Produkt mit zum Allergologen, der dann anhand eines Tests der Inhaltsstoffe feststellt, ob etwas von dem Allergen enthalten ist.

Sind bestimmte Menschen besonders betroffen?

Was das Alter angeht, wann die Allergie auftauchen kann, lässt sich keine klare Aussage machen. So leiden beispielsweise viele Kinder unter einer Allergie, die sich mit dem Erwachsenwerden jedoch ausschleicht. Es ist jedoch nicht unmöglich, auch als bereits Erwachsener eine Allergie zu entwickeln. Häufig ist dies bei immungeschwächten Personen der Fall.

Da es sich hierbei um eine Kreuzallergie handelt, sind auch Personen besonders betroffen, die gegen andere Obstsorten allergisch sind. Innerhalb von Zentraleuropa ist diese Art der Allergie übrigens öfter vertreten als in anderen Teilen der Erde.

Die Behandlung der Nektarine Allergie

Bei der Behandlung beschränkt man sich neben dem Verzicht auf das Obst zusätzlich darauf, im Bedarfsfall ein Antiallergikum zu sich zu nehmen. Hierdurch werden sämtliche allergischen Erscheinungen unterdrückt. Die Ursache wird damit zwar nicht behoben, die Symptome jedoch deutlich abgemildert. Ist die Haut betroffen, kann man von einer Salbe Gebrauch machen, die oftmals mit Kortison versehen ist und eine schnelle Besserung und Linderung des Juckreizes verspricht.

Ist eine Allergie bereits bekannt, ist es auch empfehlenswert, stets ein Erste-Hilfe-Set mitzuführen, in dem entsprechende Medikamente oder eine Creme enthalten sind. Diese sind dann im Ernstfall schnell bei der Hand und einsatzfähig.

Wäre langfristig eine Hyposensibilisierung empfehlenswert?

Eine sogenannte Desensibilisierung beinhaltet den schleichenden Prozess, der den Körper an ein für ihn unverträglichen Stoff gewöhnen soll. Hierbei wird dem Körper über einen längeren Zeitraum (etwa drei bis fünf Jahre) immer wieder ein Allergen zugeführt. Zunächst nur in sehr kleinen Dosen, die mit dem Verlauf immer mehr ansteigt. Diese Methode verspricht vielen Betroffenen eine deutliche Verbesserung der Allergieerscheinungen, weil sich der Körper über den langen Zeitraum an das Allergen gewöhnt.

Im Anschluss ist es lediglich erforderlich, sich alle vier bis acht Wochen ’nachimpfen‘ zu lassen, um den verträglichen Pegel zu erhalten. Leider ist diese Form der Behandlung bei der Nektarinenallergie nicht immer von Erfolg gekrönt. Die Ursache liegt hier vorrangig dabei, dass es sich oft um eine Kreuzallergie handelt. So ließe sich bei Nektarinen zwar ein Effekt erzielen, Pfirsiche oder Aprikosen könnten die Symptome jedoch wieder verschlimmern. Daher wird auf diese Möglichkeit oftmals verzichtet.

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Über Robert Milan

- Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.