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Allergietabletten: Welche Präparate helfen tatsächlich?

Immer mehr Menschen haben heutzutage mit Allergien zu kämpfen. Der Besuch bei einem Arzt endet demnach meist mit einem Rezept für Allergietabletten. Viele Betroffene fragen sich dann, wie diese Tabletten funktionieren und was in diesen überhaupt enthalten ist? Gilt es diese prophylaktisch anzuwenden? Macht die Einnahme überhaupt Sinn?

Schließlich finden sich inzwischen in den Apotheken auch viele Allergietabletten, die rezeptfrei erhältlich sind. So manchen Betroffenen verleitet dies dazu, die enthaltenden Antihistaminika eigenständig anzuwenden. Dies hingegen ist nicht unbedingt empfehlenswert.

Welche Wirkungsweisen bringen Allergietabletten mit?

Um die Wirkungsweisen von Allergietabletten verstehen zu können, gilt es erst einmal herauszufinden, was eine Allergie auslösen kann. Außerdem ist es Wissenswert zu erfahren, wie solche Präparate es schaffen, dass die allergischen Reaktionen unterdrückt werden. Fest steht, Allergietabletten sind nicht fähig die Allergie selbst zu beseitigen. Die Präparate unterbinden demnach nur die Symptome. Das heißt, die allergische Reaktion des Abwehrsystems auf bestimmte Substanzen, welche vom menschlichen Körper als Angreifer gesehen werden, wird hier unterdrückt.

Bei einer allergischen Reaktion werden im Körper entzündungsauslösende Botenstoffe ausgeschüttet. Diese nennen sich Histamine. So knüpft sich das Histamin an Bindungsstellen der Zellen im menschlichen Körper an. Dies wiederum erweitert die Blutgefäße und führt zur Entwicklung von Hautrötungen, sowie Schwellungen. Juckreiz, Ekzeme, Pusteln und ähnliches begleiten dann oftmals die oben genannten Symptome.

Wer jetzt Allergietabletten einnimmt, sorgt für eine Unterdrückung der Reaktion auf den Botenstoff Histamin. Trotz Einnahme von Allergietabletten wird dieser Stoff aber weiter vom menschlichen Körper gebildet. So sorgen die Wirksubstanzen in den Allergietabletten lediglich dafür, dass die Histamine sich nicht mehr an die Zellen im Gewebe binden können. Auf diese Weise werden die allergischen Reaktionen unterbunden. Parallel dazu, führt die Anwendung solcher Tabletten dazu, dass Entzündungen reduziert werden. Demnach kommt es entweder zu geringeren Symptomen oder aber diese treten gar nicht mehr auf.

Welche Allergietabletten finden sich auf dem Markt?

Die bekanntesten Antihistaminika oder auch Allergietabletten bringen die Wirkstoffe Loratadin oder Cetirizin mit. Beide Wirksubstanzen sind in der Lage die Reaktion auf den Botenstoff Histamin zu unterdrücken. Verschiedene Allergien, wie Heuschnupfen, Kontakt-, Lebensmittel- oder Pollenallergien können mit diesen Allergietabletten behandelt werden. Beide Präparate können bislang rezeptfrei in Apotheken erworben werden. Dies wiederum verleitet viele Allergiker dazu ohne einen Arztbesuch auf Antihistaminika zurückzugreifen.

Welche Vorteile bringen Allergietabletten mit?

Vor allem die langanhaltende Wirkungsdauer ist als Vorzug von Allergietabletten zu sehen. Bis zu 24 Stunden können Antihistaminika in Tablettenform allergische Reaktionen unterbinden bzw. lindern. Außerdem gewöhnt sich der Organismus hier nicht an die Wirkstoffe. Sowohl ganzjährig, als auch saisonal können Allergietabletten eingenommen werden. Hilfreich sind solche Präparate ebenso bei akuten allergischen Reaktionen.

Bei welchen Allergien können Allergietabletten helfen?

Bei folgenden Allergien können Antihistaminika die allergischen Reaktionen lindern bzw. ausschalten:

  • Lebensmittelallergie
  • Insektenstichallergie
  • Sonnenallergie
  • Heuschnupfen
  • Tierallergie
  • Hausstauballergie
  • Kontaktallergie
  • Nesselsucht
  • Schimmelpilzallergie
  • Berufsbedingte Allergien
  • Allergien bei Kindern

Lösen Allergietabletten Nebenwirkungen aus?

Im Grunde kann eine jedes wirksame Arzneimittel auch unliebsame Nebenwirkungen erzeugen. Wer demnach Allergietabletten mit den Wirksubstanzen Loratadin, wie Citirizin einnimmt, muss damit rechnen, dass er unter Umständen an Müdigkeit oder Kopfschmerzen leidet. Außerdem ist bekannt, dass diese Antihistaminika Magen-Darm-Probleme, Herzrhythmusstörungen oder Leberfunktionsstörungen auslösen können. Aus diesem Grund, empfiehlt es sich Allergietabletten niemals in Eigenregie anzuwenden.

Es ist ratsamer vorab einen Arzt aufzusuchen, denn dieser wird wissen, welches Präparat für Sie am besten geeignet ist. Hinzu kommt, dass hinter den Symptomen nicht immer gleich eine Allergie stecken muss. Einige Erkrankungen zeigen hier ähnliche Anzeichen Demnach kann es unter Umständen grundverkehrt sein die vermuteten allergischen Reaktionen mit Allergietabletten zu behandeln.

Ist eine Allergie-Desensibilisierung mit Tabletten möglich?

Über eine längere Zeitspanne hinweg werden Allergikern bei einer Desensibilisierung verschiedene Allergene zugeführt, die vorab schon für allergische Reaktionen gesorgt haben. Der menschliche Körper bzw. das Abwehrsystem bekommt auf diese Weise die Möglichkeit sich langsam an die Allergene zu gewöhnen. Die zuvor noch quälenden Symptome lassen somit mit der Zeit nach oder aber verschwinden im besten Fall gänzlich.

In der Regel wird das Allergen-Extrakt direkt mit Hilfe von Injektionen unter die Haut verabreicht. Durchaus ist es aber bei einigen Allergien auch möglich eine orale Immuntherapie in Angriff zu nehmen. So bekommt der Betroffene dann entsprechende Tabletten verabreicht, die das Allergen enthalten. Es ist außerdem möglich geringe Mengen des Allergieauslösers zu essen, um auf diese Weise den Organismus an das Allergen zu gewöhnen.

Bei einigen Allergien kann eine Hyposensibilisierung mit Hilfe von Tabletten gestartet werden. Meist dauert diese Behandlung zwischen zwei und fünf Jahre. So zählt die Behandlung mit Allergietabletten zu den patientenfreundlichen Therapiemöglichkeiten. Schließlich ist es dem Patienten möglich die Tabletten eigenständig einzunehmen. Demnach muss ein Arztbesuch nicht gleich jede Woche vorgenommen werden. Des Weiteren eignet sich diese Therapie auch besonders gut für Allergiker, die nicht so gerne Injektionen über sich ergehen lassen wollen.

Folgende Allergien können in Tablettenform desensibilisiert werden:

  • Baumpollenallergie
  • Gräser- und Roggenpollenallergie
  • Kräuterpollenallergie
  • Schimmelpilzallergie
  • Tierallergie
  • Hausstauballergie

Fazit: Jeder dritte Deutsche leidet inzwischen an irgendeiner Allergie. Reagiert unser Immunsystem überempfindlich auf bestimmte Stoffe, kann dies eine solche auslösen. Heuschnupfen, Asthma, Hausstaub-, Milben-, Tier-, Lebensmittel- und andere Allergien scheinen inzwischen immer mehr Menschen zu betreffen. In den meisten Fällen kommen dann Allergietabletten zum Einsatz, um die allergischen Reaktionen zu lindern oder diese gänzlich auszuschalten.

Sogenannte Antihistminika bekämpfen zwar nicht die Allergie, sorgen aber wenigstens für eine Reduzierung der Symptome. Bis zu 24 Stunden können Allergietabletten die nötige Linderung verschaffen und im besten Fall allergische Reaktionen ausschalten. Wie viele andere Arzneien auch, besitzen auch Allergietabletten verschiedene Nebenwirkungen.

Allergietabletten mit den Wirkstoffen Citirizin oder Loratadin sind zwar rezeptfrei in Apotheken erhältlich, dennoch empfiehlt sich vor der Einnahme einen Mediziner aufzusuchen. Zum einen muss hinter den Beschwerden nicht zwingend eine Allergie stecken. Zum anderen weiß der Arzt meist ganz genau, welche Allergietabletten sich bei welcher Allergie am besten eignen.

Wer hingegen nicht den Rest seines Lebens solche Präparate einnehmen möchte, kann mit Hilfe einer Desensibilisierung versuchen sein Immunsystem an die Allergene zu gewöhnen. Auch in diesem Fall kann die Behandlung in Tablettenform erfolgen. In der Regel dauert eine solche Behandlung zwischen zwei und fünf Jahre. Ob die Desensibilisierung für eine gänzliche Allergiefreiheit sorgen kann, ist außerdem nicht garantiert. In vielen Fällen verschafft eine solche Therapie aber dauerhafte Linderung.