Startseite / Allergiearten / Zimt Allergie
Zimt Allergie
Zimtallergie: Symptome, Ursachen und Tipps für Allergiker

Zimt Allergie

Überreaktion auf Zimt, auch bezeichnet als Zimt Allergie – Was tun? Besonders bekannt und häufig im Gebrauch ist das aromatische Gewürz besonders in der Weihnachtszeit. Doch Zimt wird auch gerne das restliche Jahr über gerne zusammen mit Zucker auf Reis gestreut. Das Gewürz ist für seine guten gesundheitlichen Eigenschaften bekannt, doch es gibt tatsächlich Menschen, die allergisch darauf reagieren. In diesem Ratgeber geht es daher um die Zimtallergie, die unangenehm ist, gegen die man aber auch etwas tun kann.

Zimt – Ein kleiner Überblick

Das Gewürz wurde in alten Zeiten auch als ‚Zimmet‘ bezeichnet und wird aus der Rinde verschiedener Zimtbäume gewonnen. Es zählt zu den ältesten Gewürzen die es gibt und soll schon vor 2000 vor Christus Geburt in China als auch Indien ein Begriff gewesen sein. Neben der Verwendung als Räuchermittel diente es den Ägyptern zur Einbalsamierung. Seine Geschichte zieht sich über die ältesten Epochen hinweg und es ist bis heute ein beliebtes Mittel, um verschiedene Gerichte zu verfeinern oder zu aromatisieren.

Zur Gewinnung dient größtenteils die Rinde des Ceylon-Zimtbaums, der in Sri Lanka, Burma oder Bangladesch wächst. Immer häufiger ist die Zimtkassie eine beliebte Alternativen für die Zimtstangen. Bezüglich der Qualität hat man sogar ein Wertmaß erstellt, das als Bezeichnung ‚Ekelle‘ verwendet.

Die Angabe ‚00000‘ ist die Beste, während ‚IV‘ die schlechteste darstellt. Innerhalb von Mitteleuropa nutzt man das Gewürz vorwiegend für Süßspeisen, Gebäck, im Winter auch für Glühwein. Binnen der letzten Jahre weitet sich seine Verwendung immer mehr aus. In der Form von Öl wird es auch immer häufiger in Parfüms oder anderen Kosmetikprodukten angewandt.

Cumarin – Ein gefährlicher Bestandteil

Zimt ist aufgrund des Gehalts an Cumarin ab einem gewissen Maß gesundheitsschädlich. Cumarin befindet sich hauptsächlich in günstigeren Varianten des Gewürzes und die Höhe des Gehalts hängt immer von der jeweiligen Quelle ab. So ist in der Zimtkassie mehr des schädlichen Bestandteils enthalten als im Ceylon-Zimtbaum.

In Nahrungsmitteln ist es als Zusatz nur bis zu einer vorgegebenen Menge erlaubt und beträgt bei Dessertspeisen 5 Milligramm pro Kilogramm und bei Backwaren 50 Milligramm pro Kilogramm. Außerdem müssen die Nahrungsmittel entsprechend gekennzeichnet sein. Überdosierungen führen langfristig zu Leberschäden und -entzündungen, sowie erheblichen Kopfschmerzen.

Wie entsteht eine Zimtallergie?

In erster Linie wird die Zimtallergie zur Gruppe der systemischen Allergie gezählt, deren Beschwerden als Autoimmunkrankheit angesehen werden. Zimt beinhaltet neben Cumarin auch Safrol. Beide Bestandteile sind Phenylpropanoide und können die Gesundheit schädigen. Sie sind ebenfalls die Ursache für das Auslösen einer Allergie.

Hierzu muss der Körper jedoch erst einmal mehrfach mit Zimt in Kontakt gekommen sein, um ein Allergen zu bilden. Dieses wird vom Immunsystem produziert und gelangt in anschließend in die Sensibilisierungsphase, welche dann zu allergischen Symptomen führt. Doch nicht nur die beiden Komponenten Cumarin und Safrol sind die Ursache. Auch Stoffe die zunächst nicht mit Zimt in Verbindung gebracht werden, können verantwortlich sein.

So wird Eugenol, das aus den Zimtblättern stammt und nach Gewürznelken riecht, oft in der Zahnmedizin als schmerzstillende Maßnahme verwendet und zur Desinfektion. In manchen Insektengiften ist Zimtaldehyd enthalten. Es gilt als der Allergieauslöser schlechthin.

Die Symptome einer Zimtallergie

Woran erkennt man eigentlich, dass man unter einer Zimtallergie leidet? Allgemein ist die Zimtallergie dafür bekannt, dass sie ein Leidensbild erzeugt, nicht nur ein bloßes Anzeichen. Trotzdem gibt es eindeutige Merkmale, an denen man sich orientieren kann:

  • Mund und Hals schwellen an
  • Bläschenbildung an Lippen und Zunge
  • Pustelbildung um den Mund herum
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • typischer Allergieschnupfen mit laufender Nase
  • Magenschmerzen
  • Ekzeme und Hautausschlag

Wer zur Weihnachtszeit zum Beispiel Glühwein trinkt und innerhalb kurzer Zeit entsprechende Symptome feststellt, hat vermutlich eine Zimtallergie.

Wie lässt sich die Zimt Allergie feststellen?

Für die Feststellung gibt es entweder den sogenannten Prick- oder Scratchtest, oder die Methode nach IgE. Den Prick- oder Scratchtest sollte man unbedingt von einem Allergologen durchführen lassen. Dieser gibt einzelne Tropfen einer Lösung auf die Haut, in denen sich die zu testenden Allergene befinden. Die dafür vorgesehene Stelle ist gewöhnlich die Innenseite des Unterarms, doch auch der Rücken wird häufig verwendet.

Nach dem Aufbringen der Lösung kratzt der Allergologe die obere Hautschicht mit einem Skalpell oder einer Nadel an. Dadurch gelangt die Flüssigkeit unter die Haut und erzeugt bei einer Allergie binnen 15 bis 20 Minuten die entsprechenden Symptome. Der besagte IgE Test erfolgt hingegen über eine Blutprobe, in dem die Menge des Immunglobulin E gemessen wird. Dieser Stoff wird vom Körper nur dann gebildet, wenn eine Allergie vorliegt.

Wer ist besonders betroffen?

Menschen die bereits an einer Beifußallergie leiden sind häufiger betroffen von der Zimtallergie als andere Menschen. Prädestiniert sind außerdem jene, die oft mit dem Gewürz arbeiten, beispielsweise Bäcker oder Konditoren. Das Alter ist hierbei nicht entscheidend, so dass auch ältere Menschen noch an der Allergie erkranken können. In vielen Fällen schleicht sich die Allergie bei Kindern mit dem Alter aus, häufig bleibt sie aber auch ein Leben lang.

Erste Maßnahmen bei einer Zimt Allergie

Wenn die Anzeichen erst einmal da sind, ist schnelle Hilfe unabdingbar. Akute Symptome behandelt man in der Regel mit einem Antiallergikum, das die Ausschüttung von Histamin verhindert. Salben und Tabletten sind die häufigste Darreichungsform dieser Präparate. Eine Alternative sind Cortisonsalben, welche Hautentzündungen rasch abklingen lassen und den Juckreiz mildern.

Schlimmstenfalls ist ein zusätzliches Nasenspray angebracht. Auch wenn bereits bekannt ist, dass man unter der Allergie leidet, ist es immer empfehlenswert, ein Erste-Hilfe-Set bei sich zu haben, welches die notwendigen Medikamente zur Behandlung enthält. Denn in der heutigen Zeit ist man nie gefeit davor, dass nicht doch etwas Zimt im Nahrungsmittel steckt.

Methoden für die langfristige Wirkung

Wurde durch den Allergologen festgestellt, dass man unter einer Zimtallergie leidet, ist in erster Linie der Verzicht von zimthaltigen Lebensmitteln empfehlenswert. Gerade zu Weihnachten bestehen hier die meisten Risiken. Zu anderen Jahreszeiten kann man den Bäcker fragen, ob in einem Gebäck Zimt enthalten ist, um möglichst sicherzugehen. Eine andere Methode ist der Blick aufs Etikett.

Gleiches gilt für Pflegeprodukte, wo Zimt als Aromastoff weit verbreitet ist. Ist man jedoch in den besagten Berufen des Bäckers oder Konditors tätig, ist es langfristig sinnvoll, Schutzhandschuhe zu tragen, um mit dem Gewürz nicht in Kontakt zu kommen. In der Regel reichen diese Sicherheitsmaßnahmen bereits, um dem Problem aus dem Weg zu gehen.

Lösung Desensibilisierung bei Zimt Allergie – Bringt sie was?

Bei zahlreichen Allergien wird eine Desensibilisierung empfohlen, die auf lange Sicht Besserung verspricht. Bei der Zimtallergie wird sie hingegen nicht oft empfohlen und ist auch nicht immer durchführbar. Mal davon abgesehen, dass gesetzliche Krankenversicherung diese Behandlung in der Regel nicht übernehmen, da bei Zimt immer das Risiko besteht, dass es einen Rückfall gibt. Eine individuelle Ernährung mittels Beratung und einem entsprechenden Plan ist hier oftmals die bessere und vor allem eher langfristige und erfolgsversprechende Alternative.

Was ist eine Hyposensibilisierung

Zur Behandlung einer Allergie hat sich die Hyposensibilisierung als eine der wirksamsten Therapieswege erwiesen. Andere Bezeichnungen für diese Therapie sind „Allergieimpfung“ oder Desensibilisierung. Wobei die letzte Benennung nicht zutreffend ist, da der Allergiker bei dieser Behandlung in der Tat seine Allergie behält.

Mit der Hyposensibilisierung werden nur die Symptome der Allergie zurückgedrängt, also das Ausbrechen der Allergie unterbunden. Lediglich bei überaus starken Belastungen durch die potentiellen Allergene könnte es zu Symptomen kommen. -> Mehr zum Thema Hyposensibilisierung

Was sind Kreuzallergien

Zimt Allergie
Kreuzallergie: typische Symptome und Behandlung

Wer an einer Allergie leidet, hat häufig bereits genug Beschwerden damit. Doch hiermit nicht genug. Mehr als die Hälfte aller Allergiker leidet zusätzlich noch an einer so genannten Kreuzallergie. Das heißt, dass der Patient zusätzlich zum wirklichen Allergen, noch auf weitere Substanzen allergisch reagiert. Jugendliche & Erwachsene sind gleichermaßen betroffen.

Im Prinzip sind alle Allergene betroffen. Alle allgemein bekannten Allergie-Auslöser können dazu führen, daß eine Kreuzallergie entsteht. -> Mehr zum Thema Kreuzallergien

Was ist ein Provokationstest

Als Provokationstest bezeichnet man eine Diagnosemethode, bei der ein Patient mit einem potentiellem Allergieauslöser konfrontiert wird und nachfolgend die Effekte gemessen werden.

Man kennt etliche verschiedenartige Formen des Provokationstests. Die wichtigsten möchten wir im Folgenden vorstellen. -> Mehr zum Thema Provokationstest

Was ist ein Pricktest

Zimt Allergie
Prick Test Ratgeber

Der Pricktest wird von Allergologen angewandt, um eine Sensibilisierung auf eindeutige Allergene auszuschließen bzw. nachzuweisen. In der Realität geht ein Pricktest so vonstatten: Zuerst markiert der Arzt mit einem Stift unterschiedliche Areale auf der Innenseite des Unterarms. In diese Kennzeichnungen werden dann normierte Testlösungen aufgetragen.

In diesen Testlösungen sind auch eine sogenannte Positiv- und Negativprobe beinhaltet. Jene haben die Funktion zu zeigen, ob eine Wirkung passiert. Dies geschieht, indem man als Positivprobe Histamin einsetzt. -> Mehr erfahren zum Thema Pricktest

Zimt Allergie
4.9 (98.18%) 11 votes

Über Robert Milan

- Seit 2005 Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung. Als langjähriger Medizinautor entsprechen seine Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich ebenfalls auf ärztliche Fachliteratur und der aktuellen medizinischen Leitlinie.